Netzsysteme und Schleifenwiderstand

Netzsysteme

Netzsysteme sind alle Leitungen von der Quelle bis zu den Verbrauchsmitteln einschließlich aller Erdverbindungen.

Netzsysteme werden unterschieden

  1. nach der Stromart
  2. nach der Zahl der aktiven Leiter
  3. und nach Art der Erdverbindung.

Kennzeichnung der Netze

Die Kennzeichnung erfolgt durch

den ersten Buchstaben
für die Erdungsverhältnisse der Stromquelle:
den zweiten Buchstaben für die Erdungsverhältnisse der Körper: weitere Buchstaben für die Anordnung des Neutral- und des Schutzleiters

T ... direkte Erdung eines Punktes (Betriebserdung)

I ... Isoliert oder Erdung über einen Überspannungsableiter

T ... Körper direkt geerdet (Anlagenerdung)
N ... Körper direkt mit der Betriebserde verbunden (= Nullung) C ... Schutz- und Neutralleiter als gemeinsamer ("combinated") Leiter
S ... Schutz- und Neutralleiter als getrennte ("separated") Leiter

TT-System (Schutzerdung oder FI Schutzschaltung)

TN-System (Nullung)

TN-C-S-System

  • TN-C: Es wird ein PEN-Leiter verlegt!
  • TN-S: Der PE- und N-Leiter wird getrennt verlegt!

IT-System (Schutzleitungssystem)

Als Impedanz wird meist ein Überspannungsableiter verwendet.

Der Widerstand der Fehlerschleife ZS

Die Messung des Schleifenwiderstandes RS (oder der Schleifenimpedanz ZS) dient der Ermittlung des Kurzschlussstromes IK.

IK kann in der Praxis nicht direkt gemessen werden.

Der RS ist die Summe (ZS die geometrische Summe) der Widerstände in einer Stromschleife, bestehend aus
  • dem Widerstand der Stromquelle (Trafoimpedanz ZT),
  • dem Widerstand RL des Außenleiters von einem Pol der Stromquelle bis zur Messstelle,
  • und dem Widerstand der Rückleitung RL (z.B. Schutzleiter, PEN - Leiter
  • oder den Ausbreitungswiderständen der Anlagenerde RA sowie der Betriebserde RB von der Messstelle bis zum anderen Pol der Stromquelle).