Installationsmaterial (Begriffe, Normung)

Begriffe

Elektrische Betriebsmittel

... sind elektrische Einrichtungen, die für die Nutzung von elektrischer Energie erforderlich sind. ZB: Sicherungen, Leitungen, Steckdosen, Schalter, Maschinen...

Elektrische Verbraucher

... sind Einrichtungen die elektrische Energie in andere Energieformen umwandeln. ZB: Lampen, Kochplatten, Motore, Lautsprecher, Schweißgeräte...

Elektrische Leitungen

... in Erde vergraben, nennen wir Kabel. Das ist eine Ausnahme. Andere Leitungen heißen Ader-, Schlauch- oder Mantelleitungen.

Leitungsschutzorgane

... sind entweder Schmelzsicherungen oder Leitungsschutzschalter.

Schutzmaßnahmen

... sind in jeder elektrischen Anlage zum Schutz gegen Körperströme und als Brandschutz vorgeschrieben

Elektroinstallation

Das Installationsmaterial muss

Installationsmaterial Bezeichnung
für Auf-Putz-Verlegung AP-Material
für Unter-Putz-Verlegung UP-Material
für Feuchtraum-Verlegung FR-Material
in Räumen mit Explosionsgefahr EX-Material
 

Sicherheit

Begriff Merkmal
unfallsicher In der Elektroinstallation ist ein ausreichender Schutz gegen Körperströme und Brände vorgesehen.
betriebssicher Die Anlage kann zuverlässig, ohne unerwartete Unterbrechungen betrieben werden. (z.B. ausreichend viele Stromkreise vorsehen).
übersichtlich Die Teile der Anlage sind vollständig beschriftet und übersichtlich angeordnet. (z.B. Schalter, Leitungsschutzorgane, ...).
vollständig dokumentiert Die Pläne der Anlage sind vollständig und komplett beschriftet und datiert.
 

Schutzmaßnahmen

Schutzmaßnahmen sollen die Unfallsicherheit in elektrischen Anlagen erhöhen.

Alle technischen Vorkehrungen in einer Anlage bis hin zu den verwendendeten Betriebsmitteln,
die einen Gefährlichen elektrischen Schlag Die Gefährlichkeit beginnt aber einer Wechselspannung von 65V oder einer Gleichspannung von 120Vverhindern helfen, werden kurz als Schutzmaßnahmen bezeichnet.

Das Schutzkonzept sieht drei Stufen vor:

  1. Basisschutz → Berührungsschutz
  2. Fehlerschutz → Berührungsschutz und Fehlerabschaltung bevor Brandgefahr besteht
  3. Zusatzschutz → Abschaltung gefährlicher Körperströme

Schutzklassen

Verschiedene Betriebsmittel werden bezüglich ihrer Anschlussmöglichkeit in drei Klassen... eine Anzahl gleichartig anzuschließender Betriebsmittel eingeteilt:

  1. Schutzklasse I → Anschluss mit Schutzleiter (mit Schuko-Stecker)
  2. Schutzklasse II → Anschluss ohne Schutzleiter (mit Konturenstecker)
  3. Schutzklasse III → Anschluss nur an Kleinspannung (Sondersteckverbindung)

Schutzarten

Verschiedene Betriebsmittel werden bezüglich ihrer Dichtheit Öffnung für Lüftung ... nach Größe ihrer Öffnung eingeteilt. Wir unterscheiden zwischen dem Schutz gegen das EindringenKennzeichen ist die Abkürzung IP (="International Protection") gefolgt von zwei Zahlen von

  1. Festkörpern
  2. und Flüssigkeiten

Schutzgrad gegen Eindringen von Festkörpern Schutzgrad gegen Eindringen von Flüssigkeiten
0 → kein 0 → kein
1 → ø < 50mm 1 → Tropfwasser
2 → ø < 12,5mm 2 → Tropfwasser ∠ 15°
3 → ø < 2,5mm 3 → Tropfwasser ∠ 60°
4 → ø < 1mm 4 → Spritzwasser
5 → staubgeschützt 5 → Strahlwasser
6 → staubdicht 6 → starkes Strahlwasser
- 7 → zeitweises Untertauchen
- 8 → vollständiges Untertauchen
 

ÖVE-Kennzeichnung

ÖVE steht für „Österreichischer Verband der Elektrotechniker“. Er erteilt nach Ansuchen einer Firma das Recht, die angeführten Produkte mit dem österreichischen Prüfzeichen zu kennzeichnen.

öVE (3K)

Das ÖVE-Prüfzeichen

  1. darf nur von der ÖVE-Prüfstelle vergeben und
  2. nur auf sorgfältig geprüften Produkten
angebracht werden.

Das Zertifikat (die Zertifizierung)

...ist ein staatliches Dokument:

Zertifikatskopf (154K)

Die Produktüberprüfung erfolgt

  1. in unregelmäßigen Abständen oder
  2. bei Einspruch von Mitbewerbern.
Installationsmaterial oder Elektrogeräte mit dem ÖVE-Prüfzeichen entsprechen den geltenden österreichischen Gesetzen. Das Prüfzeichen ist gleichzeitig auch Ursprungszeichen.

CE-Kennzeichnung

CE-Kennzeichen (25K)

Für Produkte, welche durch sogenannte EG-Richtlinien geregelt sind, ist die CE-Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben.

Das sind unter Anderem:

  1. Elektrogeräte für Gewerbe, Haushalt und Hobby
  2. persönliche Schutzausrüstungen für Arbeit, Sport und Freizeit (zB Helme, Schutzkleidung, Bergsteigerausrüstung)
  3. Spielzeug (NICHT: Spielplatzgeräte!)
  4. Medizinprodukte
  5. Sportboote
  6. ...

Seit Inkrafttreten dieser Richtlinien müssen diese Produkte mit der CE-Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Diese besagt jedoch nur, dass der Hersteller die gesetzlich erforderlichen Mindestanforderungen für die Sicherheit erfüllt hat.

Für Produkte, welche nicht in EG-Richtlinien geregelt sind, ist derzeit keine Kennzeichnung gesetzlich geregelt. Dazu gehören zB Spiel-, Sport- und Freizeitgeräte, wo der Konsument in seiner Entscheidung zu anderen Methoden greifen muss.

CE-Zeichen ohne Kennnummer

Der Hersteller führt die Fertigungskontrolle selbst durch und darf das CE-Zeichen ohne Prüfung von Experten eigenverantwortlich anbringen.

CE-Zeichen mit Kennnummer

Hier überwacht eine behördlich anerkannte Stelle, dass vom Hersteller alle für die Sicherheit der Ware relevanten Vorschriften eingehalten werden.

CE-Zeichen mit zusätzlichem Prüfzeichen

Hier wurde eine andere Stelle (TÜV, ÖVE, VDE ...) für die Kontrolle der Produktsicherheit eingeschaltet.

Kennzeichnung der Sicherheit

Die GS-Kennzeichnung wird vom Hersteller freiwillig bei einer unabhängigen Prüfstelle durchgeführt. Elektrogeräte mit diesem Zeichen erfüllen die geltenden deutschen Sicherheitsvorschriften. Dieses Prüfzeichen ist gleichzeitig auch Ursprungszeichen.

GS-Zeichen (33K)

Das verwendete Material muss auf Sicherheit geprüft und damit zertifiziert werden. Das geschieht durch nationale Prüfstellen.

Internationale Prüfzeichen