Schutzmaßnahmen (Begriffe)

Schutzkonzept

Basisschutz, Fehlerschutz und Zusatzschutz schützen zuverlässig vor Fehlern, die durch Versagen oder Unachtsamkeit auftreten können.

Quelle: Schrack, Infos zur ÖVE, ÖNORM 8001

Schutzkonzept (121K)

Obige Abbildung soll das System der dreifachen Sicherheit manifestieren.

Wenn im Fehlerfall keine Abschaltung erfolgen darf, oder als Fehlerschutz eine Isolationsüberwachung im IT-System angewendet wird (z.B. in explosionsgefährdeten Bereichen im Bergbau oder in Krankenhäusern), kommt hauptsächlich der Zusatzschutz(zusätzliche) Potentialausgleich zum Einsatz.

In der Landwirtschaft, in mehrstöckigen Gebäuden usw. müssen der

  1. Zusätzliche Potentialausgleich und
  2. der
  3. 30 mA FI-Schutzschalter
eingesetzt werden.

Berührungsspannung

[ÖVE 8001, Teil 1; 3.7.17]

Fehlerspannung (135K)

Bei einem Isolationsfehler wird, wie aus obiger Abbildung ersichtlich, eine Fehlerspannung UF gegen die Bezugserde auftreten, die größer ist, als die unbeeinflußte Berührungsspannung UTP im Überbrückungsbereich. Gliedert man jedoch die unbeeinflußte Berührungsspannung UTP weiter auf (siehe nachfolgende Abbildung), stellt man fest, daß die für den Menschen relevante Berührungsspannung UT um die Teilfehlerspannungen (Kleidung, Schuhwerk, Standort) kleiner als die unbeeinflußte Berührungsspannung UTP ist.

Fehlerspannung

[ÖVE 8001, Teil 1; 3.7.13]

Beruehrungspannung (141K)

Aufgrund dieser Erkenntnisse und Messungen wurde der dauernd zulässige Grenzwert der Fehlerspannung national vereinbart. Er beträgt für eine Nennspannung 230 V gegen Erde bei Anwendung des Fehlerschutzes Nullung, Schutzerdung und Fehlerstrom-Schutzschaltung bei:

  • Wechselspannung 15 - 1000 Hz: UFL = 65 V
  • Gleichspannung 10% Welligkeit, UN bis 400 V: UFL = 120 V

Im Abschnitt 5.3 der ÖVE/ÖNORM E 8001 wird dazu festgehalten: 
"Dadurch werden auch bei vertretbarem Grenzrisiko die internationalen 
Bestimmungen erfüllt, die eine Berührungsspannungsgrenze von 50 V 
für Wechselspannung nennen, aus der eine elektropathologisch gleichwertige 
Berührungsspannungsgrenze von 90 V für Gleichstrom abgeleitet 
werden kann."

Basisschutz

Schutz gegen Berührung Aktiver Teile durch:

Fehlerschutz

Schutz gegen das Auftreten Gefährlicher Berührungsspannungen.

Um die Gefahr eines Elektrischen Schlages zu minimieren, gilt für Schutzmaßnahmen in Anlagen über 65V~ und 120V=:

  1. nicht vortäuschen
  2. nicht unwirksam machen
  3. vor Inbetriebnahme zu überprüfen

Begriffe

Aktive Teile leitfähige Teile, die im Betrieb unter Spannung stehen können.
Direktes Berühren zufälliges oder absichtliches Berühren eines aktiven Teiles.
Inaktive Teile oder Körper leitfähige Teile, die auf Grund eines Isolationsfehlers unter Spannung stehen können.
Indirektes Berühren Berühren eines Körpers nachdem ein Isolationsfehler aufgetreten ist.
Körperschluss oder Masseschluss Durch einen Isolationsfehler entstandene, leitende Verbindung zwischen einem Körper und einem aktiven Teil.
Leiterschluss Leitende Verbindung, die durch einen Isolationsfehler zwischen zwei spannungsführenden aktiven Teilen entsteht.
Kurzschluss Leitende Verbindung, die durch einen Isolationsfehler zwischen zwei aktiven Teilen in der Zuleitung vor einem Verbraucher entsteht.
Schutzart IPxy x....Schutzart gegen Eindringen von Fremdkörpern (0 bis 6)
y....Schutzart gegen Eindringen von Wasser (0 bis 8)
Schutzklasse I....Gerät mit Schutzleiteranschluss
II...Gerät mit Schutzisolierung
III..Gerät für Kleinspannung
TT - Netz Erzeuger- und Verbraucheranlage sind geerdet

Netzsystem02 (4K)

TN - Netz Erzeugeranlage ist geerdet und Verbraucheranlage ist genullt.

Netzsystem03 (4K)

IT - Netz Erzeugeranlage ist geerdet und Verbraucheranlage ist genullt

Netzsystem04 (4K)


Zusatzschutz

Fehlerstromschutzschalter IN ≤ 30mA

Schutz bei

  1. fehlender Basisisolierung
  2. Schutzleiterverwechslung
  3. Schutzleiterunterbrechung

vorgeschrieben

  1. in Dusch- und/oder Baderäumen
  2. für Steckdosenstromkreise bis 16A
  3. auf Baustellen für Steckdosenstromkreise bis 32A
  4. für Besondere Anlagen

Selektivität

das Fehler nächste Sicherungsorgan schaltet ab;

  1. Reihenschaltung von FI's (RCD's)
    FS09 (10K)
  2. Reihenschaltung von Sicherungen
    FS10 (6K)

Zusätzlicher Potenzialausgleich

Ist auszuführen bei/mit

  1. alle gleichzeitig berührbaren leitfähige Teile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen können Inaktiven Teile ortsfester Betriebsmittel
  2. fremde leitfähige Teile (Rohre) innerhalb der Anlage
  3. PE-Leiteranschlüsse untereinander
  4. wenn vorhanden Stahlbetonbewehrungen mitverbinden