Schutzmaßnahmen (Begriffe)

Grundbegriffe

 Bezeichnungen [ÖVE 8001, Teil 1 ] 

Netzsysteme

siehe Laborübung

Netzsysteme sind alle Leitungen von der Quelle bis zu den Verbrauchsmitteln einschließlich aller Erdverbindungen.

Netzsysteme werden unterschieden

  1. nach der Stromart
  2. nach der Zahl der aktiven Leiter
  3. und nach Art der Erdverbindung.

Kennzeichnung der Netze

Die Kennzeichnung erfolgt durch

den ersten Buchstaben
für die Erdungsverhältnisse der Stromquelle:
den zweiten Buchstaben für die Erdungsverhältnisse der Körper: weitere Buchstaben für die Anordnung des Neutral- und des Schutzleiters

T ... direkte Erdung eines Punktes (Betriebserdung)

I ... Isoliert oder Erdung über einen Überspannungsableiter

T ... Körper direkt geerdet (Anlagenerdung)
N ... Körper direkt mit der Betriebserde verbunden (= Nullung) C ... Schutz- und Neutralleiter als gemeinsamer ("combinated") Leiter
S ... Schutz- und Neutralleiter als getrennte ("separated") Leiter

TT-Netz

TN-Netz

TN-C (klassische Nullung)

TN-S (moderne Nullung)

TN-C-S (größere Industrieanlagen)

IT-Netz

Schutzkonzept

Basisschutz, Fehlerschutz und Zusatzschutz schützen zuverlässig vor Fehlern, die durch Versagen oder Unachtsamkeit auftreten können.

Wenn im Fehlerfall keine Abschaltung erfolgen darf, oder als Fehlerschutz eine Isolationsüberwachung im IT-System angewendet wird (z.B. in explosionsgefährdeten Bereichen im Bergbau oder in Krankenhäusern), kommt hauptsächlich der Zusatzschutz(zusätzliche) Potentialausgleich zum Einsatz.

In der Landwirtschaft, in mehrstöckigen Gebäuden usw. müssen der

  1. Zusätzliche Potentialausgleich und
  2. der
  3. 30 mA FI-Schutzschalter
eingesetzt werden.

Basisschutz

Schutz gegen Berührung Aktiver Teile durch:

  • Isolierung (vor Erwärmung und mechanischer Beschädigung schützen)
    • Betriebsisolierung (Betriebsmittel
    • Basisisolierung (grundlegender Schutz)
    • Standortisolierung (begrenzter Schutz)

      Basisschutz

  • Abdeckung oder Gehäuse
    • zuverlässig befestigt
    • Lüftungsschlitze oder Öffnungen mit Prüffinger prüfen

      fingersicherheit (16K)

  • Montage außer Handbereich

    handbereich (51K)

Fehlerschutz

Schutz gegen das Auftreten Gefährlicher Berührungsspannungen.

Um die Gefahr eines Elektrischen Schlages zu minimieren, gilt für Schutzmaßnahmen in Anlagen über 65V~ und 120V=:

  1. nicht vortäuschen
  2. nicht unwirksam machen
  3. vor Inbetriebnahme zu überprüfen

Zusatzschutz

Fehlerstromschutzschalter IN ≤ 30mA

Schutz bei

  1. fehlender Basisisolierung
  2. Schutzleiterverwechslung
  3. Schutzleiterunterbrechung
  4. direkter Berührung

    handbereich (51K)

vorgeschrieben

  1. in Dusch- und/oder Baderäumen
  2. für Steckdosenstromkreise bis 16A
  3. auf Baustellen für Steckdosenstromkreise bis 32A
  4. für Besondere Anlagen

Zusätzlicher Potenzialausgleich

Ist auszuführen bei/mit

  1. alle gleichzeitig berührbaren leitfähige Teile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen können Inaktiven Teile ortsfester Betriebsmittel
  2. fremde leitfähige Teile (Rohre) innerhalb der Anlage
  3. PE-Leiteranschlüsse untereinander
  4. wenn vorhanden Stahlbetonbewehrungen mitverbinden