Leitungsbemessung

Leitungsschutz

Eine Leitung muß gegen Übertemperatur in Folge

  • von Überstrom durch Überlastung
  • oder bei Kurzschluss
geschützt werden.

Maßgeblich für die Erwärmung einer Leitung ist die Stromdichte und die Möglichkeit überschüssige Wärme an die Umgebung abzugeben (Verlegeart).

Verlegung unter festgelegten Bedingungen

  1. Leitung ist PVC - isoliert
  2. Leitung ist einzeln verlegt (nicht aufgewickelt)
  3. zulässige Betriebstemperatur ist 70°C
  4. maximale Umgebungstemperatur ist 25°C
  5. Umgebungstemperatur für Kabel in Erde 20°C

Aus der Tabelle ÖVE EN1 Teil3 41-4 kann der maximal zulässige Nennstrom IN der Sicherung heraus gelesen werden. Im Folgenden wird nur ein Ausschnitt gezeigt, um die Unterschiede bei den Verlegearten zu verdeutlichen.

Verlegeart A

Aderleitungen in Rohr, in wärmedämmenden Materialien in Wänden, Decken oder Fußböden verlegt

A in mm2 1,5 2,5 4 6 10 16
verlegeartA (28K) IN des LSS Typ B|C|D 1~ 13 20 25      
3~ 13 16 25 25 40 50
IN der SSi Typ gG 1~ 12 16 20      
3~ 12 16 20 25 35 50

Verlegeart A2

Mehradrige Mantelleitungen, mit oder ohne Rohr, in wärmedämmenden Materialien in Wänden, Decken oder Fußböden verlegt

A in mm2 1,5 2,5 4 6 10 16
verlegeartA2 (50K) IN des LSS Typ B|C|D 1~ 13 20 25      
3~ 13 16 20 25 40 50
IN der SSi Typ gG 1~ 12 16 20      
3~ 12 16 20 25 35 50

Verlegeart B

Aderleitungen in Rohren oder Kanälen, auf Wänden oder Decken oder in Wänden, Decken oder Fußböden aus Mauerwerk oder Beton verlegt

A in mm2 1,5 2,5 4 6 10 16
verlegeartB (65K) IN des LSS Typ B|C|D 1~ 16 25 25      
3~ 16 20 25 35 50 63
IN der SSi Typ gG 1~ 12 20 25      
3~ 12 16 25 32 40 50

Verlegeart C

mehradrige Mantelleitungen ohne Rohr unter Putz oder frei oder in offenen Kanälen auf Wänden, Decken oder Fußböden; Stegleitungen unter Putz

A in mm2 1,5 2,5 4 6 10 16
verlegeartC (57K) IN des LSS Typ B|C|D 1~ 16 25 35      
3~ 16 25 35 40 63 80
IN der SSi Typ gG 1~ 16 20 25      
3~ 12 20 25 35 50 63

Verlegung unter besonderen Bedingungen

  • zulässige Betriebstemperatur ist 70°C
  • Umgebungstemperatur 30°C (oder abweichend)
  • gehäufte Verlegung
  • mehr- und vieladrige Leitungen (4 …)

In der Tabelle ÖVE EN1 Teil3 42-2 kann der Bemessungsstrom IR herausgelesen werden. Damit und mit den entsprechenden Umrechnungsfaktoren wird der zulässige Dauerstrom IZ der Leitung berechnet. Der maximale Nennstrom IN der Sicherung muss kleiner als dieser errechnete Strom sein.

Bemessungsstrom IR in A Nennquerschnitt in mm2 Cu 1,5 2,5 4 6 10 16
verlegeartA (28K) 1~ 14 19 26 34 46 61
3~ 13 18 24 31 42 56
verlegeartA2 (50K) 1~ 14 18 25 32 43 57
3~ 13 17 23 29 39 52
verlegeartB (65K) 1~ 14 18 25 32 43 57
3~ 13 17 23 29 39 52
verlegeartB2 (73K) 1~ 16 23 30 38 52 69
3~ 15 20 27 34 46 62
verlegeartC (57K) 1~ 19 27 36 46 63 85
3~ 17 24 32 41 57 76

Schritt 1

Berechnung des Zulässigen Dauerstroms IZ der Leitung aus dem (Tabellenwert für den) Bemessungsstrom IR

TABbesBedingungen (126K)

Schritt 2

Überlastschutz der Leitung wird überprüft mit der

Nennstromregel (22K)

Schritt 3

Bei Verwendung von Leitungsschutzschaltern statt gG Sicherungen vereinfacht sich die Schaltstromregel

Schaltstromregel (44K)

Bei Verwendung von Überstromschutzeinrichtungen anderer Kennlinien, ist die Einhaltung der Schaltstromregel wie folgt zu prüfen.

Stromregel2 (62K)