GET-Gesetze der Reihen- und Parallelschaltung

[EAM/EMT]

Das erste Kirchoffsche Gesetz

Gustaf Kirchoff

Gustaf Kirchoff
* 12. 3. 1824 Königsberg, Preußen
† 17. 10. 1887 Berlin

Bekannt ist Kirchoff heute vor allem durch die kirchhoffschen Gesetze, die er ab 1845 verwendete. Diese Zusammenhänge im Stromkreis hat der Mathematiker Carl Friedrich Gauß schon 1833 entdeckt.

Mit Robert Bunsen entwickelte Kirchoff 1859 die Spektralanalyse.

Was ist, wenn ein Batterie plötzlich zwei Verbraucher versorgen muss? Die Batterie muss nun die Ladungsträger für den Verbraucher R1 und den Verbraucher R2 liefern. Sie muss ihre Ladungskapazität aufteilen.

Der Stromknoten

Jeder Verbraucher bekommt nur mehr eine Teilmenge der transportierten Ladung. Diese transportierte Ladungsmenge heißt aber wie wir wissen Stromstärke.

In der Elektrotechnik sagt man:

  • Eine Quelle liefert den Gesamtstrom Iges
  • davon erhält der Verbraucher R1 den Teilstrom I1
  • und über den Verbraucher R2 fließt der Teilstrom I2
  • .

Stromknoten

Hier gilt: \( I_{ges} = I_1 + I_2 \)

In Worten sagt das Erste Kirchoff'sche Gesetz folgendes:

In einem Stromknoten ist die Summe der zufließenden und die Summe der abfließenden Ströme gleich groß.

Das ist freilich nicht besonders spannend. Aber es geht auch mit einem richtig "dicken" Stromknoten:

Stromknoten mit zwei Zuflüssen und drei Abflüssen

Wir sortieren nach zufließenden und abfließenden Strömen und stellen die ersten links und die zweiten rechts in die Gleichung. So wird das Kirchoffsche Gesetz schon interessanter:

Die Gleichung sieht zunächst einfach so aus: \(I_2 + I_5 = I_1 + I_3 + I_4 \).

Die Knotenregel

Die Kirchoff'sche Knotenregel dreht unsere Logik etwas um, weil Kirchoff ursprünglich sagte, dass sich in einem Knoten die Anzahl der Ladungen in der Zeit nicht ändert, (will heißen: "Was zufließt, fließt auch wieder ab").

Das bedeutet also: Der Strom in einem Knoten ist insgesamt "Null".

In formelschreibweise: \( I_2 + I_5 - I_1 - I_3 - I_4 = 0 \).

In einem Stromknoten ist die Summe der Ströme zu jeder Zeit gleich "Null".

Zufließende Ströme haben positives - , abfließende Ströme haben dagegen ein negatives Vorzeichen

Das zweite Kirchoffsche Gesetz

Was ist, wenn diese zwei Verbraucher in einem Stromkreis hintereinander liegen? Die Batterie muss jetzt die Ladungsträger nur für einen Stromkreis liefern.

Die Verbraucher R1 und R2 bewirken dabei jeder für sich einen Spannungsabfall U1 und U2. Diese Spannungsabfälle zusammen entsprechen der "treibenden" Quellenspannung UQ.

In der Elektrotechnik sagt man:

  • Eine Quelle liefert die Quellenspannung UQ
  • davon fällt am Verbraucher R1 die Teilspannung U1
  • und am Verbraucher R2 die Teilsspannung U2
ab.

Das Zweite Kirchoffsche Gesetz

Hier gilt: \( U_{ges} = U_1 + U_2 \)

In Worten sagt das Zweite Kirchoff'sche Gesetz folgendes:

In einem Stromkreis ist die Summe der Quellenspannungen gleich groß, wie die Summe der Spannungsabfälle.

Auch das ist unspektakulär. Wenn aber der Stromkreis so aussieht:

Stromkreis mit mehreren Quellen und Verbrauchern

dann wird die Summe der Quellenspannungen auf der einen Seite der Gleichung und die Summe der Spannungsabfälle auf der anderen Seite der Gleichung gebildet:

Die Gleichung sieht zunächst einfach so aus: \(U_{Q1} + U_{Q2} = U_1 + U_2 + U_3 + U_4\).

Wichtig sind dabei die Pfeilrichtungen! Sie müssen in "Stromlaufrichtung" um die ganze "Masche" herum beachtet werden.

Die Maschenregel

(erzeugte Spannungen haben positives Vorzeichen, Spannungsabfälle ein negatives

Die Kirchoff'sche Maschenregel dreht auch hier die Logik in dem Sinn der Gleichungsumstellung um, weil Kirchoff sagte, dass sich in einer Masche der Wert der Spannungen aufhebt. Will heißen: Die Spannungswerte in einer Masche (= Stromkreis) ergeben insgesamt "Null".

In formelschreibweise: \( U_{Q1} + U_{Q2} - U_1 - U_2 - U_3 - U_4 = 0 \).

Quellenspannungen haben positives - , Spannungsabfälle haben dagegen ein negatives Vorzeichen

In einem Stromkreis (also in einer Masche) ist die Summe der Spannungen zu jeder Zeit gleich "Null".