Überblick
Zum Stand der Familienforschung zum Jahr 2025
Der Familie
Gorbach / Schneider
Harald Gorbach, im Dez. 2025,
Woher stammt der Familienname Gorbach?
In Urkunden des 16. und 17. Jht‘s wie auch in den von mir durchforsteten Matriken von Bregenz St. Gallus,
Hohenweiler, Hörbranz, Eichenberg und Lochau
f
i
ndet sich die Schreibweise „Gairbach“ (Geÿrbach,
Geierbach) und Gorbach. Geogra
f
i
sch konzentriert sich das Vorkommen unseres Familiennamens
hauptsächlich auf den Bereich des Pfänderstocks und den Raum Bregenz.
Mein Vater erzählte gerne, dass der Name Gorbach („Gairbach“ gesprochen „Gärbach“, ein Umlaut für den
es damals noch kein Schrif
t
zeichen gab) wohl aus dem Raum Hannover stamme und etwas mit einem
schäumenden, gärenden Bach zu tun habe. In der Jugend- und Kinderzeit meines Vaters gab es wohl eine
Vielzahl an beamteten Ahnenforschern oder Lehrern, die nach Vorfahren der Familien gesucht haben.
Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die Ahnenforschung bis heute manchmal etwas Anrüchiges hat, ging
es in dieser Zeit auch darum, nachzuweisen, dass es im Stammbaum keine jüdischen Vorfahren gibt.
Mich interessiert die Ahnenforschung vor Allem, weil die Suche nach Vorfahren abseits unseres
„Schulwissens zur Geschichte“ ein familiäres Gefühl über Geschichte vermi
tt
elt (…ah, das kenn ich auch … da
war ich auch…. auch gesehen…) und zeitgenössische Ahnenforscher wollen gerade wissen, wo sich
Familienmitglieder außerhalb des „eigenen Dorfes“ wieder
f
i
nden, und ob dort noch Nachfahren leben.
Mich hat lange beim Lesen verschiedener Einträge der Name
„Rickenbach“ oder „Bildstein“ in die Irre geführt, ich dachte
einfach von meinen aktuellen Kenntnissen fort, und suchte
nach Namensträgern in den Hofsteiggemeinden, ha
tt
e dort
aber nichts gefunden. In einem Büchlein über die
Bauernkriege von 1525 fand ich dann zufällig folgendes
Faksimile:
Kommentar
im Buch
zum Bild:
„Blick in die Rohrachschlucht des Rickenbaches
von Scheidegg her mit links dem Dorf
Niederstaufen samt der dor
t
igen Waldburg, heute
Kreuzberg, und rechts dem Dorf Hohenweiler.
Kopie des Gemäldes von Pfarrer Joh. M. Hans
Anton Drexel in der Niederstaufener Pfarrkirche
Peter und Paul. Das Bild diente der Darstellung der Orts-Legende der seligen Guta von
Adelburg. Oben links wurde im Bild deren Adelburg platziert. Die Gebäude im rechten
oberen Teil des Bildes sollen etwas überdimensioniert die Bur
g
Schönstein darstellen.“
Quelle: Der Bauernkrieg 1525/26 in Stadt und Landkreis Lindau, Karl Schweizer/Johannes C. Wolfart
Das Bild oben vermi
tt
elt einen Eindruck der damals waldlosen Gegend,
beherrscht von Burgen der Obrigkeiten, umgeben von dör
f
l
ich niedergelassenen
leibeigenen Bewirtschaf
t
ern vor 500 Jahren.
Im Bild links wird heute für Wanderer die Rohrachschlucht mit einem
Naturerlebnis im Wald beworben.
Zur Stadt Bregenz
Kurzer Auszug aus der Geschichte der Stadt Bregenz von Thomas Klagian
Um die Mi
tt
e des 13. Jahrhunderts gründete Graf Hugo II.
von Mon
t
fort die Stadt Bregenz auf dem Plateau der
Oberstadt. Die 802 urkundlich erwähnte Burg ist wohl hier
zu suchen.
Die führenden Bregenzer Familien ha
tt
en gewal
t
igen
Grundbesitz in Hofrieden und in Hofsteig. Sie übten dort
zusammen mit dem Kloster Mehrerau als wich
t
igste
Geldgeber und Geldverleiher eine regelrechte
Finanzherrschaf
t
aus. Die Mon
t
forter Grafen der Bregenzer
Linie rekru
t
ierten die Landammänner von Hofrieden aus
dem Kreis dieser städ
t
ischen Elite. Der erste nachweisbare
Landammann von Hofrieden, Heinrich Mülegg (1390–1398), war ein Niederadeliger mit ländlichem
Grundbesitz. Sein Nachfolger Hans Loher (1401–1403, 1410–1417) war Bregenzer Bürger. Diese
Praxis änderte sich 1523 mit dem Übergang Hofriedens an Österreich.
In der ersten Hälf
t
e des 16. Jhts dominierte der österreichische Amtmann, später der Land-
ammann, der Vogt und Amtmann unterstellt war. Im Laufe des 16. Jahrhunderts, der Reforma
t
ion,
war Bregenz den Habsburgern ein katholisches Bollwerk gegen die evangelischen Reichsstädte und
gegen die Eidgenossen. 1573 wurde Bregenz neben Feldkirch zweiter Tagungsort der Vorarlberger
Landstände. Die Stadt Bregenz ha
tt
e im ausgehenden 16. Jht etwa 1.300 Einwohner. 1594 bat
Bregenz die Regierung neuerlich, den Stadtgerichtsbereich zu erweitern: im Norden bis an die
Die Mehrerau vor den Zerstörungen des 19.JHts mit der
ehemals größten Barockkirche des Landes, deren Steine für
den Bau des Lindauers Hafens verwendet worden sind.
Gesamtansicht von Bregenz Mi
tt
e 17. Jht, Ma
tt
häus Merian (1593-1650),
Klause, im Süden bis zur Achbrücke und bergwärts, soweit die städ
t
ischen Güter und Allmenden
reichten.
Am 28. August 1598 wurde dann folgende
Stadtgrenze festgelegt: Im Norden reicht das
Stadt-gericht bis zum Tannenbach, im Süden bis an
den Siechensteig. Schwer zu bes
t
immen ist der
Grenzverlauf am Pfänderhang. Das Gut
Babenwohl (Galluss
t
if
t
, heute Landesbibliothek)
gehört zur Stadt, obwohl es außerhalb
der Stadtmarken liegt. Die Pfarrkirche,
der Pfarrhof und die Pfründehäuser,
die innerhalb der neuen Stadtgrenzen
liegen, bleiben beim Gericht
Hofrieden. Der Kirchweg ist für die
Bewohner Hofriedens o
ff
en zu halten.
Die Hofrieder Gerichtsbesatzungen
und Gerichtsverhandlungen
f
i
nden
weiterhin im Gut Mildenberg sta
tt
,
unbehelligt von der Stadt Bregenz.
Diesen Vertrag bestä
t
igte Kaiser Rudolf II. am 27. Februar 1602.
Die damals festgelegte Stadtgrenze ha
tt
e jahrhundertlang
Bestand, wobei die Nordgrenze am Tannenbach noch heute gilt.
Die Südgrenze am Siechensteig galt bis zur Vereinigung der
Stadt mit der Gemeinde Rieden 1919.
Die
und der große Schlosswald
am Gebhardsberg
gehörten 1602 noch nicht
zum Stadtgericht.
Der Stadt ging es dabei um Ansehen und Pres
t
ige, wenn sie auf den gar kleinen, engen und
geringfügigen Stadtgerichtsbereich hinwies, der einer so alten Stadt unwürdig sei. Das Gericht
Hofrieden erhob hef
t
ig Einspruch. Wenn sein Gerichtsbezirk verkleinert würde, verlöre man auch
Steuer- und Strafgelder. Die Stadt entgegnete, von den fraglichen 71 Hofstä
tt
en würden ohnedies
nur 16 von Hofrieden besteuert, die anderen 55 seien Bürgergüter.
Gut Babenwohl in der „Urmappe“ von 1857
Urkunden der Gairbach (Gorbach)
13.12.1457
Heinz Gairbach, Bürger zu Bregenz,
verkauf
t
dem Kilian Loher, Stadtammann zu
Bregenz, um 20 Pfund Pfennig einen auf Nikolau-
stag zu entrichtenden ablösbaren Jahreszins von 1
Pfund Pfennig von seinem Hof und Gut, genannt
der Mösch, stoßt an Hohenberger Gut, an die
Hinteregg und auf den Trübenbach (
?
Tannenbach),
und von seinem Gut zu Bertschen, stoßt an den
Hohenberg, an Jäken Hintereggers Gut und an Äpplinger.
10.11.1479 Märck „Gairbach“ (Geierbach)
der Jünger, sein Bruder, Heinz Gairbachs selig
Sohn, Mar
tt
, Ann und Cris
t
in ihre Schwestern,
letztere vertreten durch ihren Bruder Hans
Gairbach den Älteren, verkaufen dem Kilian
Loher, Bürger zu Bregenz um 13 Pfund
Pfennig einen auf Mar
t
ini zu entrichtenden,
ablösbaren Jahreszins von 13 Schilling Pfennig
ab ihrem Haus, Hof und Gut zum Bertzen und
zum Möschen hinter der Egg gelegen, stoßt
an die Landstraße, an die Häfen(?), an das
Willgers und an den Giger, worauf für Kilian
Loher als Verpfand zwei Pfund Pfennig Jahreszins
aushaf
t
en.
Ich vermute „altes Gorbachland“ um
den Fürberg, also Möschen am
Mühlbach, 400 Jahre später in der
Urmappe so eingezeichnet:
Hans Geierbach, zum Langen gesessen, stellt
dem Stefan Vögel, dem er sein Dri
tt
el des gelegenen Guts zu Langen gekauf
t
hat, einen
Schadlosbrief aus.
Die Familie Görlin auf dem Großen (Gem.
Möggers)
17.3.1544 Hans „Gairbach“ (Geierbach) zum Gigers, in der Herrschaf
t
Bregenz und der
Pfarre Möggers, auch des Gerichts Hofrieden, verkauf
t
dem Georg Hinteregger hinter den
Eggen als Vogt Gallin, Josen und Anna den Görlin, weiland Josen Görlins und Frena
Gairbächin zu Eichenberg eheliche Kindern, um 20 Pfund Pfennig Hauptgut einen auf St.
Gertraudentag zu entrichtenden,
ablösbaren Jahreszins von 1 Pfund Pfennig
ab seinen vier Winterfuhren haltenden Hof
und Gut auf dem Grossen, stoßt an die von
Hö
f
l
in, an den Gunzenberg, an Lutzenreute
und an die von Gigers.
10.11.1500 Stefan Vögel, zum Langen gesessen, verkauf
t
dem
Hans Geierbach um 45 Pfund Pfennig seinen Dri
tt
teil des Guts
zum Langen, den er von den Richarten erkauf
t
hat, dessen zwei
anderen Teile der Priester daselbst innehat. Dieses Dri
tt
el ist das
eine Jahr auf zwei Zinspfennig und das andere auf "3 Zinshaller"
angeschlagen. Es ist belastet mit 14 Viertel Hafer und im dri
tt
en
Jahr eine Henne, 3 Heller Zins, an Heinrich Loher ein Pfund
Pfennig und an Anna Brögin ein Pfund.
27.8.1571 Sebas
t
ian Gairbach, Bürger zu
Bregenz, auch Blasius und Nikolaus die
Gairbach im Gericht Hofrieden, alle drei
Brüder, verkaufen der Stadt Bregenz ihren
Hof und Gut, genannt das Bla
tt
ach ob der
Stadt Bregenz im Gericht Hofrieden, an
Messmer-reute und Lössler (Jakob von
Altensteig) grenzend.
18.3.1569
Hans Gairbach in der oberen "Praumatzreuti" im Gericht Hofrieden verkauf
t
den
Gemeindsleuten zu Möggers um 304 Pfund Pfennig seinen vom Frauens
t
if
t
Lindau zu Lehen
rührenden Hof und Gut (8 Winterfuhren), in der oberen "Praumatzreu
t
i" gelegen, stößt an
Möggers und an die untere "Praumatzreu
t
i", an den Hohenberg und auf den Stein, belastet mit 18
Pfennig Zins, einer Henne jedes dri
tt
e Jahr an das S
t
if
t
und Zinsen an Anna Ro
tt
in Bregenz, Hans
Geiger, Apollonia Schirp
f
i
n, den Pfarrer von Möggers und Mathias Hinderegger im Jungholz.
(kein
Facs. verfügbar)
22.4.1579 Hans „Hagg“ (Haag, Hack) im Ried der Pfarre
Hohenweiler, hat …zu zahlen versprochen. Weiter hat er sich
verp
f
l
ichtet, Jakoben „Gayrbachen“ (Geierbach, Gaierbach),
Herrn Niklas Gayerbachs selig Sohn, vertreten durch Hansen
Mangold zu Scheffen, zehn Jahre lang in seinem Hause zu
erziehen und zu erhalten und nach Ablauf dieser Zeit 10
Gulden an ihn auszuzahlen. Weil er nun inzwischen die als
Unterpfand eingesetzten sieben Winterfuhren Gut an
Hilarius Feßler zu Hohenweiler übergeben hat, so verp
f
l
ichet
er sich, die vier Viertel Haber, vier Viertel Veesen und 1
Gulden bares Geld auf Mar
t
ini für seine Schwiegermu
tt
er,
dann nach Ablauf der zehn Jahre die 10 Gulden für seinen
Schwager Jakob Gayrbach unweigerlich zu entrichten. Zur
Sicherung dieser Verp
f
l
ichtungen setzt er seine 3 &fraq12;
Winterfuhren Gut im Ried zu Hohenweiler zum Unterpfand, stoßen an Klochenried, an
das Reisach und an die Leiblach, welche Lehen von Junker Veiten vom Sürgen zu
Oberreitnau und dorthin todfällig sind.
11.11.1609 Chris
t
ian Gairbach zu Lauterach verkauf
t
dem Mag. Ulrich Rüf, Pfarrer zu
Bregenz, und dessen Nachfolgern um 100 Gulden
einen ablösbaren Mar
t
inizins von 5 Gulden von
seinem Rebgarten in der unteren Reute, im Stümpler
genannt, stößt an die freie Landstraße, an Melchior
Gunthalm, Michael Burkhard zu Bregenz und an
Junker Friedrich Rainolt. Er ist nur belastet mit
Herrenzins und-dienst.
Dort entstand ein wildes Durcheinander und Panik brach unter den Bürgern und
Verteidigern aus. Ein Flüchtlingsstrom setzte sich in Richtung Lauterach in Bewegung. Die
Schweden plünderten die Bürgerhäuser und nahmen die Soldaten und Ofiziere
gefangen. Das Schloss Bregenz, der heu
t
ige Gebhardsberg, wurde kamp
f
l
os übergeben.
(Anm.: Die Schweden sprengten die Burg beim Abzug)
(Quelle: „Feldkirch aktuell 1/97 S43“, C.G.V.)
10.11.1649
Mathäus Abler, Müller zu Hard, verkauf
t
dem Jakob
Gairbach (Gayrbach) zu Eichenberg als Siechenp
f
l
eger
des unteren Siechenhauses zu Bregenz um 18 Gulden
einen Mar
t
inizins von 54 Kreuzern von seiner
Mahlmühle zu Hard.
h
tt
ps://www.monasterium.net/mom/AT-
VLA/ohneHerkunf
t
sangabe/5944/charter?q=jakob%20geirbach
Das Ende der Bregenzer Burg
Die Beschießung Bregenz durch General Wrangell 1647
Anfang Jänner 1647
rückte eine
schwedische Armee
unter Führung des
Generals Wrangel
vom Allgäu her
kommend nach
Bregenz vor, das
man durch
Schanzen, Sperren
und Gräben an der
Lochauer Klause und
am Pfänderhang als
ausreichend
gesichert erachtete.
Dornbirner und Oberländer Landesschützen waren in den Stellungen am Pfänderhang
posi
t
ioniert. Am 4. Jänner 1647 gri
ff
en die Schweden sowohl die Klause an, wie auch die
Stellungen am sogenannten Haggen. Dort befanden sich die Schützen unter dem
Kommando des Feldkirchers Balthasar Heltmann, der im Gefecht
f
i
el. Die Schweden
konnten die Stellungen umgehen und erschienen plötzlich im Rücken der Schützen. Die
Verteidigung brach zusammen und die Schweden marschierten über den Pfänderrücken
kommend in Bregenz ein.
22.4.1673
Andreas Gairbach auf dem unteren Haggen verkauf
t
der St. Mangen Pfründe zu Bregenz um 30
Gulden Hauptgut einen auf Georgi zu entrichtenden, ablösbaren Jahreszins von 1 Gulden 30
Kreuzer ab seinem zwölf Winterfuhren haltenden Hof und Gut auf dem unteren Haggen, stoßt auf
den Stein, an den Grienegger, an den oberen Haggen und an die Hagnen
f
l
uh.
Die Familie des in dieser Urkunde Andreas Gorbach geht mutmaßlich auf Bartholomäus Gorbach zurück und
kann in den Matriken nachverfolgt werden, wobei einige Kinder des Andreas mit der Maria auch früh
gestorben sind. Den Eintragungen folgend ist die Familie von Eichenberg auf den „Unteren Haggen“ gezogen.
5.7.1730
Melchior Gorbach in der Kellen,
verkauf
t
zu einem ges
t
if
t
eten Jahrtag in die Pfarr-
kirche zu Bregenz, um 61 Gulden rheinisch Haupt-
gut einen Jahreszins von 3 Gulden 3 Kreuzer ab
seinem sieben Winterfuhren haltenden Hof und Gut in der Kellen, stoßt an Flüelen, an
Krüenegger, an Spehler, an Langen
f
l
uh und an Hof.
Pfänder: Waldlehen.
Auszug aus der Schrif
t
: Der Besitzstand des S
t
if
t
es Lindau, Karl Primbs, Augsburg 1882
Weithin über das Pfändergebirge, von Bregenz bis Möggers waren die Höfe, Mühlen,
Hölzer und sons
t
igen Grundstücke zerstreut, die von Lindau als Lehen empfangen
wurden. Um einiger Güter zu gedenken, erscheint schon 1448 ein solches im Epplis am
Hachenberg (Eplisgehr), 1544
f
i
nden sich solche zu Brunwartsreu
t
i (Bromatsreute) und
Möggers, sowie zu Hörbranz und am Fürberg.
Primbs hat diese Druckschrif
t
wohl stark
in Anlehnung an die handschrif
t
lichen
Quellen verfasst. Insbesondere die
Schreibweise der Namen gilt zu
bedenken, dass die Rechtsschreibung
erst in der Entwicklung zur heute
üblichen war. Es handelt sich um die
Verbildlichung der Sprache, und hier ist
Gefunden habe ich tatsächlich einen Melchior Gorbach in den Matriken. Dessen Eltern waren ein Gregor
Gorbach und eine Gertrude Fessler. Beide haben am 25.1.1698 den Sohn Melchior in St. Gallus getauf
t
.
Aus dem Register von 1496 lernt man im Allgemeinen die Lage dieser Güter kennen. Der
Hof zu Brunhartsreu
t
i — Brumatsreu
t
i — lag zwischen Stain, Hiersberg, Schwarzensee
und Möggen-heim, der Hof zu Schwarzensee zwischen Möggenheimer Viehweide, dem
Hechenberg, Hirrsberg und den Gütern der Walher; der Hof zu Hochenberg zwischen
Möggenheimer und Luzzenheimer Tra
tt
, dem Schüssellehen und Drögen (Trögen); der
Hof Aeplisger (Eplisgehr) zwischen Hechen-berg (Hochberg), Ruggburg, Hans Gerbach
(Geirbach) und dem Schüssellehen, der Gerlachshof unter der Fluh zwischen Aeplisger,
Lutzenreu
t
i, Niederhaus und dem Schüssellehen, der Hof zur Mülli in Lutzenreu
t
i
zwischen diesem Orte, Hans Gerlach (Geirbach), dem Schüssellehen und Gunzen-berg,
der ander Hof daselbst zwischen der Müllen, Guntzenberg, dem Stege und Niederhaus,
die Mülli und ein anderer Hof sind in der Lage noch nicht näher bezeichnet. Sonst
f
i
nden
sich dort-herum noch die
Gislarrieder Wiesen zwischen
Möggenheimer Viehweide und
Clas Geirbach.
die Region um den Bodensee bekanntermaßen eine von besonderem Interesse. Was die Namenträger
unserer Vorfahren angeht, habe ich zugegeben etwas spekuliert.
Karten aus dem 18. Jht
In kaiserlichem Auf
t
rag kartographierte Blasius Hueber 1771 bis 1774 Vorarlberg. 1783
wurde seine Karte der „Provincia Arlbergica“ in Wien gedruckt. Sie diente als Vorlage für
die oben auszugsweise abgedruckte, vereinfachte Vorarlbergkarte.
Karte nach Blasius Hueber
Für beide Karten
Vorarlbergkarte um 1783 Original 29 x 47 cm (VLA: Karten 01/012)
dürf
t
e Johann
Ernst Mansfeld den Kupfers
t
ich besorgt haben (vgl. Ini
t
ialen I.M. in der Legende). Diese
Karte gibt mit ihrer Kolorierung die alte Einteilung in Herrschaf
t
en und Gerichte wieder.
Sie wird deshalb in der
Literatur auch als Karte der
Vorarlberger Landstände
bezeichnet.
Urmappe von 1857
Beginn der Ahnenforschung
Das erste Taufbuch von St. Gallus beginnt 1587 gleich
mit einer Eintragung der Taufe einer „Margaritha
Hinteregger“, deren Mu
tt
er Katharina Gorbach hieß.
Es handelt sich hier jedoch um eine Abschrif
t
.
Ein Chris
t
ian Gorbach (Gairbach), Müller zu Lauterach
f
i
ndet sich im selben Buch als Vater einer Tochter
Agatha und eines Sohnes Johann Konrad, die er
gemeinsam mit Maria Boss ha
tt
e.
Verschollene Aufzeichnungen von Bregenz
Bedauerlicherweise fehlen in den Matriken der Pfarre St. Gallus das Ehebuch von 1701 bis 1721 und auch
ältere Ehen von 1618 bis etwa 1640. Damit fehlen die Aufzeichnungen der Eltern eines Paares. Diese können
nur noch dem Taufbuch entnommen werden.
1692
f
i
ndet sich der Georg Hue
tt
er von der
Stegen als Pate im Taufbuch von Hohenweiler
wieder, womit die Verbundenheit der Familien
im Leiblachtal vorstellbar wird.
Der vorläu
f
i
g letzte gut abgesicherte Stand der Ahnenreihe betrift die Ehe 18.Juli 1723 des Georg mit der
Magdalena Hue
tt
er von der „Stegen“. Georgs Vater Johann ist als wohnhaf
t
in „Hochenweiler“ angegeben
“
G
27.1.1692 Martha des Andreas Gayrbach & der Barbara Mangolt (Andreute)
Auf Seite 1784_0003 ist folgender Eintrag zu lesen:
17.4.1693 Georgius des Johannes Gayrbach & der Magdalena Bernhar
t
in (von Andreute)
Die Eltern Johann Gorbach und Magdalena Bernhart müssten eigentlich noch in der Zeit vor dem fehlenden
Ehebuch (vor 1700) in St Gallus geheiratet haben, oder eventuell im Leiblachtal. Bisher fand ich den Eintrag
nicht.
Wie gehe ich weiter vor? Wo ist denn ein Johann in der zweiten Hälf
t
e des 17.Jhts getauf
t
worden? Hier hilf
t
folgender Namens-Index
20.6.1670 Gorbach Johann des Andreas und der Maria Walser, Taufbuch 1703_0063, ist gestorben
19.6.1675 Gorbach Johann des gleichen Paares; Taufbuch 1703, ist gestorben,
9.7.1678 Gorbach Johann Jakob wieder des gleichen Paares
Das bedeutet: unser Johann wurde erstens 1693 Vater und ha
tt
e keinen Doppelnamen, ist also vermutlich im
Leiblachtal getauf
t
worden.
Im Taufbuch von Hörbranz
f
i
ndet sich dann folgender Eintrag:
28.5.1667 Johannes des Mar
t
i
n Gorbach & der Barbara Arger
Fixiert kann bis jetzt werden: Ab dem Jahr 1723 beginnt mit dem Nachfahren Georg und seiner Gatin
Magdalena unsere Ahnenreihe auf der Parzelle „Stegen“ und damit ein neues Familienkapitel.
Zur Orien
t
ierung habe ich (links) eine
aktuelle „Map“ des Leiblachtales mit
den Berghängen und Bachläufen des
„Suchgebietes“ abgedruckt.
Die diversen „-reute“, sagen uns die
Sprachwissenschaf
t
ler, sind Rodungen,
die ja in unserer alten Kulturlandschaf
t
überall im Lande, besonders im
Bregenzer Wald, zu
f
i
nden sind. (Reute
kommt von rü
tt
en, also roden.)
Die Ahnentafel von Rupert Gorbach, meinem Vater
Mein Vater hat mir gegenüber einmal erwähnt,
dass der Name von einem gärenden,
schäumenden Bach stammen könnte. Woher
diese Informa
t
ion kam, war damals kein Inhalt
des Gesprächs.
Solche Informa
t
ionen können zur Schulzeit von
Rupert (1935 - 1945) aus der „Arierforschung“
stammen. Im Jahr des Anschlusses Österreichs
war Rupert also ein Schulkind, und zudem
wohnte die Familie Gorbach am Klausbach, was
das Herkunf
t
sbild in der Fantasie eines Kindes
sicher zu fes
t
igen geholfen hat.
Aufzeichnungen zur Ehe des Johann Gairbach aus
Hohenweiler mit Magdalena Bernhart fehlen, es sind
aber die Eltern des Georg von 1698, der nach Stegen
geheiratet hat.
Bei einem unseren zahlreichen
Sonntagsaus
f
l
ügen sind wir unterhalb des Gasthauses (heute Hotel) „Sternen“ in Klaus dem Bach entlang
spaziert, und dort hat Rupert uns über seine „Klauser Kinderjahre“ erzählt. Das im Bild oben rechts sichtbare
Hausdach hinter dem Schrif
t
zug „Stern“ in den Bäumen könnte das damalige Wohnhaus gewesen sein. Die
Ansichtskarte habe ich der Sammlung Volare entnommen, dieses alte Haus war zur Zeit des Spazierganges
schon abgebrochen.
Aufzeichnungen zu einer Ehe des Georg Gairbach (1617) gibt es nicht, da in seiner Zeit kein Ehebuch
exis
t
iert, die beginnen mit dem 1.1.1657, seine Eltern kennen wir aus den ersten aufgezeichnetenTaufen.
Aufzeichnungen aus Hohenweiler zur Ehe des
Mar
t
in Gairbach, Seelengehr, mit Barbara Arger,
Fronhofen, am 12.4.1665, den Eltern des Johann
Zusammenstellung der Aufzeichnungen
Die grundsätzliche Frage nach den Ursprüngen der Namen kann außer legendenhaf
t
er
Erzählungen nur mit historischen Aufzeichnungen (Urkunden …) geklärt werden.
Erste Gorbach-Familien „Um den Pfänder“ (Chronologie)
Im Register der Besitztümer des (Frauen-)S
t
if
t
es Lindau von 1496
f
i
nden sich folgende
Lehengüter, in deren Zusammenhang auch der Name Gayerbach oder ev. Schrif
t
liche
Abweichungen vorkommen. Bisher kenne ich die Originalschrif
t
en nicht, ich habe die
Texte in einer Arbeit eines Karl Primbs gefunden (siehe Link).
G
ein Hof zu Bromatsreute (Möggers), lag zwischen Stein, Hirschberg,
Schwarzensee und Möggenheim (?Möggers Dorf),
G
ein Hof zu Schwarzensee zwischen Möggenheimer Viehweide, dem Hoch-,dem
Hirschberg und den Gütern der Walher;
G
ein Hof am Hochberg zwischen Möggenheimer und Luzzenheimer Tra
tt
, dem
Schüsselehen und Trögen;
G
ein Hof zu Eplisgehr, zwischen Hochberg, Ruggburg, Hans Gerlach
(
?Gairbach)
und dem Schüssellehen,
G
der Gerlachshof (?Gairbachs-) unter der Fluh zwischen Eplisger, Lutzenreute,
Niederhaus und dem Schüssellehen
G
der Hof zur Mühle in Lutzenreute
G
Hans Gerlach
(
?Geirbach), dem Schüsselehen und Gunzenberg
G
Sonst
f
i
nden sich dort noch die Gislarrieder Wiesen zwischen Möggenheimer
Viehweide und Clas (Niklas) Geirbach.
Diese frühen gefundenen Aufzeichnungen haben gemein, dass ich bisher die familiären
Zusammenhänge meistens nur „raten“ kann. Bei den Ehen werden of
t
nur die Väter oder
die Zeugen benannt, wobei ich bei den zweiten nicht mit Sicherheit sagen kann ob es
wirklich um direkte Verwandte geht, so gehe ich davon aus, dass es sich althergebrachte,
kirchliche Praxis handelt.
Bisher habe ich durch Internetsuche die hier verwendeten Quellen gefunden und im
Dokument auch verlinkt.
in den Beständen
des Landesarchivs Vorarlberg in Bregenz“ fand ich in den Urkundenregesten. Wenn man
auf der Seite:
Nennungen von Namen
suchen will, muss man lediglich im Eingabeformular der Suchseite die gewünschten
Eingaben nach der Erklärung auf der Seite machen.
1587 :
Andreas Gairbach, *25.11.1587
Geburt
25.Taufe - et Ach
November Pate : Konrad Fröw(ech)is
Pa
t
in : Margaretha J(e)äger
Quellen
22. April
1673 :
Urkunde - Bregenz
Andreas „Gairbach“ (Geierbach) auf dem unteren Haggen verkauf
t
der St. Mangen Pfründe zu
Bregenz um 30 Gulden Hauptgut einen auf Georgi zu entrichtenden, ablösbaren Jahreszins
von 1 Gulden 30 Kreuzer ab seinem zwölf Winterfuhren haltenden Hof und Gut auf dem
unteren Haggen, stoßt auf den Stein, an den Grienegger, an den oberen Haggen und an die
Hagnen
f
l
uh.
Urkundliche Erwähnungen der Gairbach im 15. Bis zum17. Jht
.
(Namensliste mit Links zu
den Urkunden aus der unten abgebildeten Zeitspanne)
1609
Dann kommen ab dem 1. JännerAufzeichnungen im Tauf-, Trauungs- und
Sterbebuch von Bregenz St. Gallus hinzu. Hieraus folgend Ehe:
25.11.1587: Andreas des Stefan Gorbach ∞ Helena Pfanner et Ach
Trauungsbuch 1624_0004
Diese Ehe fand also vor den gefundenen Aufzeichnungen sta
tt
. Allerdings
f
i
ndet man
Taufen ihrer Kinder, die ich für die Arbeit am Familien- „Puzzle“ heranziehe.
Taufbuch 1624_0052:
Bei der Taufe ihres
am „Fest“ des
„heiligen Gallus“, dem 16. Oktober des Jahres 1605 oder 1604 ist der Vater Johannes
Gorb.(ach) und die Mu
tt
er Katharina Müller verzeichnet.
Taufbuch 1624_0154
: Ein zweites Mal (
f
i
ndet sich das sehr wahrscheinlich gleiche
Paar als Eltern des Kindes
am 27. März des Jahres 1617 in einer
weiteren Niederschrif
t
. Dieses Paar ha
tt
e noch mehrere Kinder, die ich aber bisher in
anderen Aufzeichnungen (Ehen oder Taufen) nicht wiedergefunden habe.
10.12.1589: Kaspar Gorbach (des Johann) ∞ Ursula Gorbach aus Hörbranz
Trauungsbuch 1624_0007
6.6.1609: Sebas
t
i
an Gairbach (des Jakob aus Bildstein) ∞ Agatha Höstlin
Trauungsbuch 1624_0177
…ist ein interessanter Eintrag, weil der Vater des Sebas
t
ian zeitlich zum urkundlich
erwähnten
(ev. Clas) passen könnte, was eine familiäre
Namenstradi
t
ion vorausgesetzt, auch eine Verwandtschaf
t
zu Clas Geyerbach als
Lehennehmer des S
t
if
t
es Lindau, etwa zwei Genera
t
ionen zuvor bedeuten könnte.
ca 1585: Hans Gairbach ∞ Katharina Müller
Im ersten Matrikenbuch von St. Gallus ist of
t
die örtliche Zuordnung „am Fürberg“
eingetragen. Es wird o
ff
enbar auf die „Herkunf
t
der Seelen“ geachtet, weil die Pfarre
Bregenz St. Gallus für die Menschen rund um den Pfänder zuständig war. Ich
f
i
nde es
sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, welche Wege notwendig waren, Kleinkinder in
Bregenz taufen zu lassen, oder womöglich Geistliche zu senden, um Kindern die heiligen
Sakramente zu spenden. Jedenfalls ist „Buch darüber geführt“ worden.
29.4.1613: Anna Gorbach (des Hanns von Berg) ∞ Bernhard Rauch (Hörbranz)
28.6.1609: Jerg Gorbach (des Konrad) ∞ Ursula Walser (beide am Fürberg)
Trauungsbuch 1624_0174
30.10.1610: Hans Gayrbach (des Kaspar) ∞ Dorena Stadler, beide von Berg
Trauungsbuch 1624_0176
1.7.1612: Hans Gairbach (des Sebas
t
i
an von Berg) Agatha Brunner (Hörbranz)
Trauungsbuch 1624_0179
Geburt
EhepartnerKinder
Geschwister
Name
Mar
t
in Gorbach (Gairbach)
ca. 1605
Barbara Bernhart5
Gallus Gorbach
Maria Gairbach
Jakob Gairbach
Georg Gairbach
16/08/1609
22/01/1612
16/07/1614
27/03/1617 keine Aufzeichnung gef.1
2.2.1662: Bartholomäus Gairbach (des Jakob, Eichenberg) ∞ Maria Fessler (Mühle)
Ehebuch 1700_0030
Jakob Gairbach, *16. Juli 1614
zu Eichenberg
Jakob Gairbach, *
7
.
Mai
161
8 zu Eichenberg
Eltern
Vater: Johann Gairbach
Mu
tt
er: Beata Herberger
NameGeburt
Magdalena Gairbach 05/04/1617
Jakob Gairbach
Vater: Mar
t
in Gorbach (Gairbach) (22 Jahre alt)
Eheschließungen und Kinder
Katharina Hagen (keine Aufzeichnung)
Verheiratet ca. 1650 in Bregenz. Ehega
tt
e: 26 Jahre alt - Ehefrau: 20 Jahre alt
Magdalena Fessler (Mühle)
Verheiratet 3. Juni 1667 (Freitag) in Bregenz. Ehega
tt
e: 43 Jahre alt - Ehefrau: 20 Jahre alt
Mu
tt
er: Barbara Bernhart
Geschwister
Name
Daten
Georg Gorbach (Lutzenreute)
22/02/1624
EhepartnerKinder
Katharina Hagen (Möggers)
5
Magdalena Fessler (Mühle)
5
Hilarius Gorbach
Mathias Gorbach
Katharina Gorbach
Jakob Gorbach
01/01/1626
31/01/1627
11/11/1629
26/02/1632
Kinder
Daten
Johann Gorbach
02/06/1653 16/08/1690
Gregor (Georg) Gorbach 18/12/1654
Anton Gorbach
Josef Gairbach
Anna Barbara Gorbach
13/01/1657 10/03/1709
25/03/1659
15/08/1664
ca. 1650: Georg Gorbach (Lutzenreute) ∞ Katharina Hagen (auf dem Fallenberg)
3.6.1667: dgl. ∞ Magdalena Fessler (Mühle)
Die Namensgleichheit der Kinder verschiedener Familien macht freilich viel Spekula
t
ions-
möglichkeiten auf. Der oben betrachtete Georg könnte auch in den unten abgebildeten Baum
passen. Wobei es sich auch um einen Mar
t
in mit zwei Ehen gehen könnte. Schlicht ist die
Verbreitung des Namens Gorbach anfänglich sehr überraschend gewesen.
Spannend ist die Verschrif
t
lichung der Namen. Den Namen „Johannes“ sieht man in diversen
Schreibweisen, angefangen von Hanns (Hannes) bis Jerg (Johann Georg).
So gibt es in den Matriken möglicherweise gleichzei
t
ig zwei gleichnamige Paare, wie zum Beispiel
einen Johann Georg oder Jerg Gorbach und eine Magdalena oder Maria (Magdlena) Fessler, es
werden dann einfach mal Johann oder Maria vermieden. Beim Nachforschen kommt dann die
Fantasie ins Spiel, ist aber schwierig.
Für den Jerg, der im
als wohnhaf
t
in Lutzenreute angegeben wird,
ist kein Elternteil angegeben, was bedeuten könnte, dass mindestens der Vater bei der oder einer
seiner Hochzeiten nicht mehr lebte. So wird eine Zuordnung eher schwierig.
Die Familie ist deshalb interessant, da sie die Wurzel eines berühmten Österreichers ist, deren
Spuren von Lutzenreute über die Fluh (Johann Michael Gorbach) dann Imst)/Tirol bis nach Graz
führen.
Kinder
Geburtsort
Gregor Gorbach
19/06/1706 Lutzenreute
Josef Gorbach
Daten
ca. 1665
ca. 1666
(Johann) Jakob Gorbach 1668
Franz Gorbach
21/03/1670
Benedikt Gorbach
03/04/1674
Alfons Gorbach wurde am 2. September 1898 in Imst im Tirol als erstes von sechs Kindern eines
Eisenbahnbeamten geboren. Frühzei
t
ig nahm Dr. Gorbach am poli
t
ischen Leben in der Gemeinde
Graz und im Land Steiermark teil. Er war jahrelang Stadtschulrat von Graz sowie Mitglied des
steirischen Landtages und schließlich auch der steirischen Landesregierung. Im März 1938 wurde
er von den Nazis sofort in Haf
t
genommen und bereits am 1. April in das Konzentra
t
ionslager
Dachau verschleppt. Erst im Herbst 1943 wurde Dr. Gorbach aus der Konzentra
t
ionslagerhaf
t
entlassen und als Metallhilfsarbeiter in Graz dienstverp
f
l
ichtet. Im August 1944 wurde er
neuerlich ins KZ Dachau verschleppt, wo er nach der Befreiung durch amerikanische Truppen als
Vorsitzender des österreichischen Komitees mit der Rückführung der österreichischen
Inhaf
t
ierten betraut war, so dass er erst Anfang Juli 1945 nach Österreich zurückkehren konnte.
Sofort nach seiner Rückkehr nach Graz stellte sich Dr. Gorbach der österreichischen Volkspartei
zur Verfügung, für die er im November 1945 als Listenführer seines Wahlkreises in den
Na
t
ionalrat einzog. Er wurde 1945 zum dri
tt
en Präsidenten des Na
t
ionalrates gewählt und legte
dieses Amt anlässlich seiner Berufung zum Bundeskanzler am 11. April 1961 nieder
.
Bundeskanzler Gorbach kündet Rücktri
tt
an
Der österreichische Kanzler Alfons Gorbach hat mehreren
Pressevertretern erklärt, dass er seine Funk
t
ionen im Verlaufe
einer außerordentlichen Sitzung des erweiterten Direk
t
ions-
komitees der christlich-demokra
t
ischen Partei Österreichs am
kommenden Montag niederlegen werde. Er fügte hinzu, dass er am Dienstag seine Demission
dem Präsidenten der Republik unterbreiten werde.
10.6.1669: Johann Gorbach (Ziegelbach) ∞ Ursula Haltmayer (Rickenbach, Wolfurt)
Ehebuch 1700_0068
17.9.1679: Georg Gorbach (Lutzenreute) ∞ Gertrude Fessler (Möggers)
13.8.1684: dgl. ∞ Katharina Fessler (auf dem Fallenberg)
15.10.1733: Johann(es) Gorbach (Lutzenreute) ∞ Maria Karg (Hohenweiler)
Ehebuch 1784_00035
27.4.1698: Jakob (des Johann Gorbach, Ziegelbach) ∞ Eva (des Daniel Kienberger, Leiblach)
22.1.1696: Jakobus des Georg Gorbach (Lutzenreute) ∞ Ursula des Franz Su
tt
er
(Backenreute)
Die Familie des Jakob und der Ursula (geb.
Su
tt
er) Gorbach ist Teil eines regelrechten
Lutzenreuter Clans:
1711/13: Die österreichischen Untertanen der Gerichte Sulzberg, Hofrieden,
Grünenbach und Simmerberg werden von der Leibeigenschaft befreit.
14.6.1721: 1784_0001 Jakob (des Josef Gorbach, Lutzenreute) ∞ Agatha Hu(e)
tt
er
(Jungholz)
Die Familie des Konrad und unsere
Familie ist quasi verschwägert, Fidel von
1830 und (unser) Franz Fidel von 1813
haben die „Schwestern Altmann“
geheiratet. (siehe unten)
Gibt es die Schwestern Hu(e)
tt
er oder ist es ein Schreibfehler? (siehe nächste Seite)
Eine Frage tauchte unlängst auf: In Lochau war der Abbruch und die Geschichte der Hofenmühle ein Thema.
Hier wurde auch ein Grabstein mit Gorbach-Namen gefunden und im Gemeindearchiv
f
i
ndet man ein Foto
des letzten Bewohners der Mühle. Hier habe ich den Stammbaumauszug zusammengestellt.
Das Bildmaterial und einige Rohdaten hat mir der Ahnenforscher und Lochauer Gemeindearchivar Jochen
Reichart zugesendet.
Mi
tt
e Februar 1710: Maria (des Jakob Gorbach, Lutzenreute) und der Ursula
Hu(e)
tt
er
28.7.1724: 1784_0010 Franz Gorbach (Eichenberg) ∞ Katharina Alber (Hochreute)
17.5.1727: 1784_0018 Petrus Gorbach (Hörbranz) ∞ Katharina Müller
Dieser Petrus (Peter ist ein seltener Name in der Familie) gehört zu den Hörbranzer Familien:
13.9.1728: 1784_0021 Franz Gorbach (Eichenberg) ∞ Maria Schlachter (Fronhofen)
Dieser Franz gehört zu einer Eichenberger Familie. Sein Vater Georg ha
tt
e zweimal geheiratet und 16 Kinder,
ich konnte aber nur drei Hochzeiten
f
i
nden, eine davon war Franz und Maria. Das Paar ha
tt
e vermutlich eine
Tochter.
31.6.1732: 1784_0028 Johann Georg Gorbach (Jungholz) ∞ Katharina Bumer (Hofen)
Diese Katharina ist die Witwe des damaligen Müllers von Hofen, Franz Anton Stüble, der 1732 verstarb.
Johann Georg hat noch einmal geheiratet, (2.Frau Katharina Pfanner)
15.10.1733: 1784_00035 Johann (des Josef Gorbach, Lutzenreute) ∞ Maria Karg (von
Hohenweiler)
Mehr über die Familie Gorbach zu erfahren, ist weiter ein Ziel. Material liegt jedenfalls
noch viel vor. Es sollen auch Stammbäume der Gorbach in Kennelbach und am
Thüringerberg vorliegen.
Meine Sammlung
f
i
ndet man unter
Der Startschuss und die ersten Unterlagen kamen 1995 mit dem Satz meines
Lehrerkollegen
„Hari, du weißt schon, dass wir verwandt
sind, oder?“
Eichenberg undLutzenreute mit Stegen in der Urmappe von 1857
Das „moderne“ Eichenberg auf einer Fotogra
f
i
e von Franz Sigg, 1929, Quelle
Stegen
Lehen
Kurze Chronik der Höfe von Eichenberg.
v
on Pfarrer Franz Koch,
Eichenberg am 29. Juli 1902, auszugsweise
Haus Nr. 24
, Lutzenreute:
In diesem Hause wohnt zur
z
eit
(1902)
Konrad
Gorbach
.
Er ist der 3. seines Geschlechtes auf diesem Hause. Das Haus trägt
eine Jahreszahl aus dem 17. Jahrhundert (circa 1654). Vor 130
Jahren (heute
etwa 250 Jahre also um ca. 1780)
f
i
nden wir da auch schon Gorbach, nicht
aber die Ahnen des jetzigen. In der Stubendecke ist eine von einem Schusse
durchbohrte Tafel. Eine Inschrif
t
gibt darüber Aufschlu
ss
. Sie lautet: „Zur
Erinnerung an die Gefangennahme dreier französischer Deserteure im Jahre
1814.“ Mein Großvater erzählte, da
ß
die Deserteure in der Hube waren
und ein gewisser Bantel von Rucksteig stand vor dem Hause. Bantel hat
wahrscheinlich einen Schu
ss
in die
Höhe abgefeuert, dessen Spur
heute noch zu sehen ist. Die Deserteure sollen einen Schuss auf Bantel abgefeuert und ihn
in den Bauch getro
ff
en haben. Bantel sei aber mit dem Leben davongekommen.
Ich fand in der Familie eines Mar
t
in Gorbach einen Konrad in der 3. Genera
t
ion. Vermutlich
ist auch dieser Konrad hier gemeint. Allerdings fand ich dabei keinen Hinweis auf
Lutzenreute. Das taucht häu
f
i
g in der Familie des Konrad aus der Hofenmühle auf.
Haus Nr. 27, Lehen: Dieses Haus stand früher in Lutzenreute. Vor 130 Jahren (heute etwa
250 Jahre also um ca. 1780) wurde es von einem gewissen Gorbach von Lutzenreute an
die jetzige Stelle gebaut. Als es erst 14 Wochen bewohnt wurde, brannte es nieder. Es
soll an einem Vormi
tt
ag gewesen sein, Das jetzige Haus trägt die Jahreszahl 1773.
Zwei gefangene Franzosen werden von den
Vorarlberger Landesverteidigern eskor
t
iert
Der hier erwähnte Fidel ist vermutlich der Vater des Konrad Gorbach von der Hofenmühle.
Mein Vorfahre Fidel war mit Anna Maria Altmann verheiratet. Ihre Schwester Maria Agatha
Altmann war mit dem Fidel der Hofenmühle verheiratet. So gesehen eine Verbindung der
Familien über die Schwestern Altmann, oder eine Verschwägerung.
Nr. 70 Ruggburg: Das hiesige Schloss wurde circa 1462 von den verbündeten Städten am See
an einem Nikolaustag zerstört. Der Besitzer, Hans von Rechberg, ha
tt
e sich große Gewal
tt
aten
erlaubt. Ich will darüber nichts Näheres schreiben. Aufschluß gibt ein Bericht des
Vorarlberger Landesmuseums vor etwa 15 – 20 Jahren (ca. 1886). Eine Tradi
t
ion will ich hier
niederschreiben. Auf der Mauer drüben habe man eine Kanone aufgestellt und sie auf die
Ruggburg abgezielt. Als Hans v. Rechberg eines Tages bei der Mi
tt
agstafel saß, habe eine
seiner Mägde in jenem Zimmer und bei jenem Fenster mit einem roten Sacktuch den
Kanonieren ein Zeichen gegeben. Dann haben diese die Kanone abgefeuert und den
Rechberg erschossen. Das ist eine reine Sage. Ich wollte sie aber doch niederschreiben.
Rechberg starb aber in der Schlacht bei Überlingen.
Um das Jahr 1560 wollte man die ganze Ruggburg verschleifen. Einen Fehler beging man
diesbezüglich vor 1 – 2 Jahrzehnten (ca. 1890). Es stand damals viel Wald und Gebüsch in der
Ruggburg. Dann hat der damalige Besitzer Jakob Krüsi, ein Schweizer, das meiste Holz
gehauen und verkauf
t
. So
f
i
ng es an vielen Stellen wieder zu rutschen an. Trotzdem haben es
vor etwa 5 Jahren (ca. 1896) die Lutzenreuter gewagt, durch die Ruggburg eine Straße zu
bauen.
Haus Nr. 40, Halden: Davon weiß ich nichts zu berichten. Vor 50 Jahren (ca. 1855) lebte
hier ein riesig starker Mann namens Fidel Gorbach. Er war imstande, mit seinem Zähnen
an der Ecke einen Tisch vom Boden aufzuheben.
Zu meiner Zeit sprach man noch viel vom Rutzensteiger Weiblein, das in der Rutzensteig
geistern soll. Der im Jahre 1878 in Lutzenreute verstorbene Bauersmann Fidel Gorbach soll
von ihm of
t
beläs
t
igt worden sein. Of
t
sei es ihm bis nach Lutzenreute nachgelaufen. Heute
glaubt niemand mehr daran. Doch den Namen des Weibleins – Rutzensteigerweiblein – führt
man hier noch of
t
im Munde.
Stegen: In einer alten Urkunde von 1709 heißt es „auf der Stäg“. Das äusserste Haus (Nr.
74) wurde vor circa 20 Jahren (ca. 1882) von Benedikt Gorbach neu gebaut.
Musikverein von Eichenberg: Darüber habe ich leider nur spärlich Daten. Der
Musikverein soll von einem Nagler (Nagelschmied) in Trögen wohnhaf
t
, gegründet
worden sein. Ich ha
tt
e noch Statuten
in den Händen aus dem Jahre 1848. Der Verein soll aber etwa 1846 gegründet worden
sein. Im Juli 1898 starb Josef Gorbach von Ebnit, der durch mehr als 50 Jahre Mitglied
des Vereines war.
Der Stadel des innern Hauses (Nr. 73) stammt aus dem Jahr 1862. Beim Aufrichten dieses
Stadels gab es ein Malheur. Ich schreibe die Geschichte wieder nieder, so gut und so
genau sie mir bekannt ist. Ein gewisser Mar
t
in Sinz von Stadlers wollte von Stegen aus
zur Nachtzeit mit einem Mädchen, dessen Namen mir unbekannt ist, nach Hause gehen.
Da lauerten ihm mehrere junge Burschen auf, und wie er mit dem Mädchen ahnungslos
des Weges daherkam, schlugen sie mit „Hagstecken“ auf den Mar
t
in Sinz los. Das
Werkzeug ist zum Loshauen auf einen Menschen etwas zu bunt und sie mögen auch
nicht fein zugehauen haben. Kurz, Sinz sank unter den Streichen tot nieder.
Ich weiß die Namen der Täter nicht alle. Die ich weiß will ich hier namhaf
t
machen:
Michael Wiedemann (oder Gorbach) aus Ebnit, Mangold Gebhard von Lutzenreute, Franz
Josef Immler von Eplisgehr und ob Benedikt Reichart von Trögen auch dabei war, weiß
ich nicht ganz gewiß. Einer von allen ist heute nur noch am Leben, Franz Josef Immler
von Eplisgehr. Alle kamen längere oder kürzere Zeit in den Arrest oder ins Zuchthaus. Als
Totschläger gab sich selbst an Gebhard Mangold. Er erhielt meines Wissens 3 Jahr
Zuchthaus. Of
t
soll er nachher geäußert haben, nichts kränke ihn so sehr wie der Husten.
Er starb im Mai 1878 im obersten Haus in Lutzenreute.
Schützenverein: Im Frühjahr 1886 starb in Hohenweiler ein Mitglied des dor
t
igen
Schützenvereines. Dabei ver
f
i
el man auf den Gedanken, beim nahen Fronleichnamsfest
„Schützen zu haben“ Es waren 8 ehemalige Landesschützen. Konrad Gorbach war
Hauptmann.
Vom Pfänderstock und undurchdringlichem Bergwald wechselt nun die Familiengeschichte in die weiten
Sümpfe des Rheintales. Hier bildet die Gemeinde Höchst am Bodensee, seine Lage und Abgeschiedenheit den
Hintergrund. 1980 fand die 1000 Jahrfeier sta
tt
. Im Jahr 980 war Kaiser O
tt
o II hier einige Tage zu Besuch
und damals gings um einige poli
t
ische Entscheidungen. Mein Stammbaum endet beginnt aber viel später.
Starten wir hier einmal mit der Frage so nebenbei, warum die Gemeinde Höchst dann doch nicht wie St.
Margrethen in der Schweiz liegt, oder vielmehr schon lange nicht mehr lag.
Eroberung der Fussacher Burg, 1460
Am 29.10.1460 ha
tt
en sich 17 Verteidiger
der Fussacher Burg gegen etwa 2000
Eidgenossen zur Wehr gesetzt. Sie
unterlagen und wurden aus Rache von den
Siegern lebend vom Turm hinabgestürzt.
Daraufhin ließ Herzog Sigmund von Tirol im
Oktober 17 Messen für die Ermordeten
lesen.
Im Jahrzeitbuch von Höchst, das um
1462/63 angelegt wurde, erhalten die
Toten ihre Jahrzeit (kirchl. Gedenktag) am
Fest des hl. Michael.
(Quelle: Heimatbuch Höchst, Bd3, Heinz
Burmeister)
1497: Kaiser Maximilian I. fordert die Vorarlberger Stände auf, dem Schwäbischen Bund
beizutreten. Dafür bestä
t
igt er ihnen ihre bisherigen Rechte. (Quelle: Vorarlberg Chronik)
9.2.1490: Als Folge des so genannten
Rorschacher Klosterbruches kommt die
Landvogtei Rheintal an die Eidgenossenschaf
t
. Diese betrachtet von nun an den Rhein als die
natürliche Grenze ihrer Landeshoheit.
Rheingrenze, Schwaben- oder Schweizerkrieg, 1499
von Alois Niederstä
tt
er
Kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Schwäbischen Bund
(unter Kaiser Maximilian
I.)
und der Eidgenossenschaf
t
im Jahr 1499. Ursache war die Rivalität der Habsburger und der
Eidgenossen im gemeinsamen Interessengebiet im Südwesten des Reichs.
Bei Höchst
(Hard, Fussach)
drängten die
Eidgenossen viele Söldner des Reichs in
den Sumpf des Bodensees; viele
ertranken beim Untergang überladener
Schiffe. Ausschni
tt
aus den Karten des
Schwabenkriegs, angefer
t
igt vom Meister
PPW von Köln in den Jahren 1502-1505.
(Ge
r
manisches Na
t
ionalmuseum,
Nürnberg)
Schließlich wurden die Eidgenossen
aber immer wieder verdrängt.
Die andere Seite des Rheins oder die Geschichte von St. Margrethen
Das heu
t
ige «Grenztor» St. Margrethen liegt im Kulturgebiet des Bodenseeraumes im
geogra
f
i
schen Schni
tt
punkt der Römerstrassen im alemannischen Raum. In der römischen
Heereskarte vom Jahre 353 ist der Straßenzug von Brigan
t
ium (Bregenz) und Arbor Felix (Arbon)
über Ad Rhenum (St.Margrethen) nach Curia (Chur) über die Alpenpässe Julier, Sep
t
imer und
Splügen in die Poebene eingetragen.
Der Doppelhof am Rhein «St. Johann - Höchst»
und «St. Margrethen - Höchst» wurde gemäß
einer Urkunde im Jahre 980 durch Kaiser O
tt
o
II. dem Kloster St. Gallen geschenkt. Zeugen
aus der Zeit des Ri
tt
ertums sind Burgen und
Schlösser. So entstand auf einem steil
abfallenden Felssporn die Burg Grimmenstein
mit weitem Ausblick über den Bodensee und
das Rheingebiet. Zu dieser heute restaurierten
Ruine gehörte auch das unten im Tal
vorgelagerte Schloss Vorburg. Sehenswert sind
die spätbarocken Altäre und die Fresken im
Alten Kirchlein, das erstmals im Jahre 1146
erwähnt wird.
Während fast einem Jahrtausend war das Dorf
eng mit dem Kloster St. Gallen verknüpf
t
, bis dieses 1805 aufgehoben wurde. Aus diesen
Jahrhunderten stammen auch die noch gut erhaltenen Edelsitze und Gutshofe Schlösschen
Bergsteig, Gut Weinberg, der Buflershof, der Hof Heldsberg, der Brüggershof, ein Riegelbau an
der Burghalde und das alte Schulhaus im Wasen.
Immer wieder waren die Dor
f
l
eute - zusammen mit dem übrigen Rheintal - Untertanen
verschiedener Herren: der Abt von St. Gallen, die Grafen von Mon
t
fort, die Herzoge von
Österreich und die Alte Eidgenossenschaf
t
. 1803 wurde der der Kanton St. Gallen - und mit ihm
unser Dorf als «freie Schweizer» in die Eidgenossenschaf
t
aufgenommen.
Quelle: Schautafel St. Margrethen, Post ebda
Das Fuhrwesen ersetzt die Rheinschifffahrt
In der frühen Neuzeit unterschied man beim Fuhrwesen zwischen Rod- und Strackbetrieb. Beim
Rodbetrieb wurden die Waren von den Fuhrleuten, häu
f
i
g Bauern, von einer Rodsta
t
ion zur
anderen befördert, dort umgeladen und von neuen Fuhrleuten weitertranspor
t
iert. Beim
Strackbetrieb ha
tt
en die Fuhrleute das Recht, die Waren über mehrere Rodsta
t
ionen ohne
Umladen zu expedieren.
Die Fuhrleute des Gerichts Höchst-Fußach ha
tt
en als Strackfuhrleute das Recht, Waren ohne
Zwischenstopps zu befördern. Von der Anlegestelle in Fußach führte die Straße Richtung Brugg
und überquerte im Birkenfeld die Fußach, von dort weiter nach Feldkirch und über die Bündner
Pässe nach Oberitalien. Neben der rechtsrheinischen Straße gab es eine zweite auf der linken
Seite des Rheins von Rheineck über Montlingen nach Chur.
Mit der neuen Landstraße von Bregenz über Lauterach, Dornbirn und Hohenems nach Feldkirch,
die zwischen 1768 und 1771 erbaut wurde, verlagerte sich der Verkehr im Vorarlberger Rheintal
in der zweiten Hälf
t
e des 18. Jahrhunderts von der alten Rheinstraße auf die bequemere,
trockene Verbindung am Talrand. Für den Verkehr nach St. Margrethen und in die Schweiz wurde
1771/72 die Verbindung von Bregenz über Lauterach und Hard zur Höchster Rheinfähre
ausgebaut.
Nach dem Verzicht auf die Teilnahme
an der Bereitschiffahrt (Anleger in
Fussach) 1772 und 1776 ha
tt
en sich
die Höchster vermehrt dem Fuhr-
gewerbe zu-gewandt, während die
Fußacher die Schiffer stellten. Die
wich
t
igste Fuhrmanns-dynas
t
ie im
Gericht waren die Schneider,
„Graues“, aus Höchst. Um nicht völlig
vom Transit abgeschni
tt
en zu werden,
be-schlossen die beiden Gerichte
Höchst-Fußach und Rankweil-Sulz am
7. Juni 1781, die alte Straße auf eigene
Kosten auszubessern, zu erhöhen und
zu befes
t
igen und für zwanzig Jahre
den Unterhalt von Fußach bis nach
Bauren zu gewährleisten.
Topograf. Karte um 1800 „Par
t
ie Du Ct. Sen
t
is Et Autriche Anterieure„ von
Hersteller Meyer/Aarau
Zoll und Zollamt
Als Transithafen zwischen verschiedenen Herrschaf
t
en und Ländern war Fußach seit frühester
Zeit auch Zollsta
t
ion. Ursprünglich wurde der Zoll vom jeweiligen Vogt in der Burg eingehoben.
Die Fußacher Zolleinnahmen waren im Mi
tt
elalter aufgeteilt, der habsburgische Vogt erhielt den
gesamten Zoll auf das in Fußach eingeschifte Vieh, der Zoll auf ankommendes Vieh gebührte
dem Abt von St. Gallen. Der Zollerlös aus den anderen abgehenden Waren wurde ebenfalls
aufgeteilt:
•
die Hälf
t
e erhielten die acht Orte der Eidgenossenschaf
t
, die zu St. Gallen gehörten,
•
ein Viertel das Frauenkloster Lindau und ein Viertel der Vogt.
Nachdem 1618 der letzte Vogt Jonas von Buch die Fußacher Burg verlassen ha
tt
e, übernahm ein
Zoller, Schlosszoller genannt, die Einhebung des Zolls für den jeweiligen Besitzer der Burg.
Die lukra
t
iven Zolleinnahmen führten dazu, dass die Habsburger Fußach und die damit
verbundenen Einkünf
t
e regelmäßig verpfändeten.
1750 wurde für das vorderösterreichische Gebiet ein einheitlicher Zolltarif eingeführt, der ein
Jahr später auch für Vorarlberg galt, nicht aber für Tirol, mit dem Vorarlberg eng verbunden war.
1782 erhielt Vorarlberg die Tiroler Zollordnung, damit bildeten Tirol und Vorarlberg ein
einheitliches Zollgebiet, zu dem auch Bozen und Trient gehörten. Seit der Einrichtung der
Faktorei (in Fussach) 1781 oblag dem Faktor die Abwicklung der Zollformalitäten aller Waren, die
über die Faktorei transpor
t
iert wurden. Für alle anderen war der Zoller zuständig.
1798 war Anton Schneider als Faktor eingesetzt und Johann Blum der verantwortliche Zoller in
Fußach, in Brugg hob Ulrich Schneider den Zoll ein, in Höchst Johann Schobel und in Gaißau
Thaddäus Lutz.
Quelle: Vom Geld und den Schulden, Sabine Su
tt
erlüti,
Der Familienname Schneider war und ist bis heute in Höchst sehr verbreitet. Die Zu-
gehörigkeit zu einer bes
t
immten Familie wird mit einem Hausnamen genauer be-
schrieben. Im Falle meiner Großeltern mü
tt
erlicherseits, sind das die sogenannten
„Zoller“- Schneider.
Bei der Geschichte der „Zoller“ handelt es sich um eine sehr gut dokumen
t
ierte Familien-
geschichte, weil mehrere Vorfahren den Berufsstand „Zoller“ ha
tt
en. Mitglieder dieser
Familie standen schon früh in Diensten verschiedener Landesherren. „Mar
t
in Schneider“
ist einer, der besonders dafür geehrt wurde.
Die Schneider v/o Zoller in Höchst
Beim Zolldienst ging es nicht nur um den Zoll zwischen Höchst und St. Margrethen. Aus
den Aufzeichnungen kann man sehen, dass im 17ten und 18ten Jht. ein Hof in Brugg und
der Zoll von Fussach wohl die Hauptrolle spielte. Die Familienforschung führte mich so
weit in die Landesgeschichte zurück. Eine Urkunde des Ratsherrn von Glarus Fridolin
Zwicky, der einem Kaspar Schneider nach dem Tod seines Vaters und Zöllners Hans Schneider im Namen der
acht eidgenössischen Orte des Rheintals den Zoll von Fussach an der „Staldenbrugg“ überschreibt,
veranschaulicht das.
Römerstraße durch das Rheindelta in Hard nach 2000 Jahren aufgedeckt.
Wie ein breites graues Band zieht
sie durch den feuchten, lehmigen
Riedboden: die römische Straße, die
einst Brigan
t
ium mit dem (heu
t
igen)
Schweizer Raum jenseits des Rheins
verband. Erstmals konnten
Archäologen nun ein 60 m langes,
zusammenhängendes Stück dieses
fast 2000 Jahre alten Verkehrsweges
freilegen.
2000 Jahre altes Holz
Eine echte Seltenheit ist jedoch die
hölzerne Baustruktur, die die Straße
an ihrer Südseite parallel begleitet:
Hier wurden hunderte Holzpfosten aus
jungen Birkenstämmen dicht an dicht
in den Boden eingeschlagen, sodass
sie eine Art „Palisade“ bildeten. Um
die Befes
t
igung eines
Entwässerungsgrabens (oder ähnlich)
kann es sich nicht gehandelt haben, da
die zugespitzten Hölzer nur gut einen
halben Meter von der Höhe der Straße
aus eingeschlagen worden sind.
Demnach wurden die Stämme einheitlich im Jahr 19 n. Chr. gefällt, wobei die Straße selbst gegen 21 n. Chr.
angeschü
tt
et worden sein dürf
t
e. Eine genaue Untersuchung der jetzt entdeckten Hölzer ist geplant.
Jedenfalls ist die römische Rheindelta-Straße fast auf das Jahr genau 2000 Jahre alt.
Die römische Kiesstraße wurde im Herbst 2020 auch mi
tt
els Drohnenfotos
dokumen
t
iert (Foto: Fa. Talpa GnbR)
Eher dürf
t
e diese Pfostenreihe zur
Stabilisierung des feuchten und
weichen Untergrundes im Zuge des Straßenbaus gedient haben. Bereits 2017 konnten im Zuge eines
Neubauprojektes am Rabenweg einige Hölzer dieser Pfostenreihe mi
tt
els Dendrochronologie
(Jahrringda
t
ierung) untersucht werden.
1627, Wappenbrief des Mar
t
in Schneider
Transscr. aus „Die Geschlechter und Hausnamen von Höchst“ von Schuldirektor Josef Gehrer, 1964
Wappenbr
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ehen von Erzherzog Leopo
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wegen
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en, Freyen, Herrn, R
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en, Vög
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egern, Verwesern, Schu
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en, under
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hanen und ge
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reuen, ge
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chen und
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humben, Lannden und geb
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en und gesessen und wohnend, was würden s
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s,
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, mach
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and
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e gebür nach ersuechend
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ben erbens erben an obgeschr
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rren, sondern sy deren ruew
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Skizze des J. Gehrer
Urkunden der Schneider
31. Dezember 1619:
Mar
t
in Schneider und Barbara
Bachmaierin, seine Ehefrau, zu St.
Johann-Höchst verkaufen dem Abt
Placidus des Klosters Mehrerau um
30 Gulden rheinisch einen jährlich
ablösbaren Zins von einem Gulden
30 Kreuzer ab ihrem eigenen Acker,
der Xang genannt, im oberen Holz
gelegen.
29.07.1628 Mar
t
in Schneider, Ammann zu St. Johann Höchst und Fussach, sowie das Gericht
ebendort fordern Ammann, Gericht und Gemeinde von St. Margrethen Höchst auf, Abgaben für
ihre auf der anderen Seite des Rheins gelegenen Güter zu entrichten.
Dieser Mar
t
in Schneider war den
Eintragungen zufolge auch
„Gerichtsschreiber“ und besaß als
solcher ein Siegel.
Ein von ihm versiegelter Brief vom
29.12.1627 ist im Staatsarchiv St.
Gallen erhalten geblieben. Links das
Originalsiegel des Mar
t
in Schneider
mit dem „Springenden Pferd auf drei
Hügeln“.
Facs. monasterium.net:
5. 2.1654: Ammann, Keller und Gericht zu St.
Johannes Höchst und Fußach, beurkunden
über Ersuchen des Ammanns Jakob
Schneider, dessen Base Anna Brunin, daß
diese die Tochter der Eheleute Hans Brun,
genannt Schloßhans und der Katharina
Schellenbridin und durch Laurenz Schelling,
derzeit Dekan zu Arbon und Anna Böschin
aus der Taufe gehoben worden ist. Weiter bestä
t
igen sie, daß die Anna Brunin von der
Leibeigenschaf
t
frei ist.
25.7.1663: Fridolin Zwicky, Ratsherr von Glarus, Landvogt im Rheintal,
verleiht nach dem Tod des Zöllners Hans Schneider im Namen der acht
eidgenössischen Orte des Rheintals den Zoll von Fussach an der
Staldenbrugg an dessen Sohn Kaspar Schneider, Hofmann von St.Johann-
Höchst. Der Zins beträgt zehn Gulden Landeswährung. Die Bezahlung
erfolgt jährlich an P
f
i
ngsten laut Urbar in Rheineck an den Landvogt. Der
Lehennehmer muss bei der alten Zollordnung über die Taxen verbleiben und die Brücke
unterhalten.
29. 8.1664: Ammann Johann Georg Schneider,
Keller Hans Fitz, das Gericht und die ganze
Gemeinde zu St. Johann Höchst und Fußach
bezeugen den Kirchspielgenossen zu Gaißau
ihre Mithilfe am Neubau der Pfarrkirche zu St.
Johann-Höchst anno 1660 und in den
folgenden Jahren.
5.7.1672: Tausch des Weidgangs im Rheinholz bei Gaissau gegen jenen im Niederriet zu
Höchst
Rheineck, Thal und die Teilhaber aus dem Kurzenberg AR überlassen ihren Weidgang im
Rheinholz zu Gaissau (38 1/2 Rossblätz zu 3 Dukaten) der Gemeinde Höchst und Fussach
um 340
f
l
. 30 x. Diese überlässt dagegen den Rheineckern, Thalern und Appenzellern den
Weidgang im Niederriet bei Höchst
Anm. Pergamenturkunde 25 x 73 cm, mit 2 Siegeln in verschlossenen Kapseln: Ammann
Johann Georg Schneider von Höchst und Ulrich Nagel, Keller der Fürstabtei St.Gallen.
Abschrif
t
im Kopierbuch CEB 3.3, S. 541-542.
10. 11.1681: Hans Schneider, Ulrichs Sohn,
Hofmann zu St. Johannes Höchst, wird dem
Kaspar Helbock, Kaplaneip
f
l
eger zu Höchst, und
allen Nachkommen dieser P
f
l
ege 120 Gulden
schuldig, verspricht, den Gulden mit 3 Kreuzern
auf Mar
t
ini jeden Jahres zu verzinsen, und
verpfändet hiefür einen Acker im "inder Feld" des
Höchster Gerichts.
3. Mai 1693: Ulrich, Jakob und Hänsli
Schneider schließen mit Ulrich Küng, Jakob
Schneider dem Älteren und Michael Blum, alle
Fuhrleute zu St. Johann-Höchst, einen Vergleich über
die Güterfracht von Lindau nach Chur.
10. 11.1694: Andreas Gehrer, Jos´ Sohn,
Hofmann zu St. Johannes-Höchst, stellt dem
Jakob Schneider als dem P
f
l
eger des hl. Johann
zu Höchst einen Schuldbrief über 50 Gulden aus,
verspricht, jährlich auf St. Mar
t
ini den Gulden
mit 3 Kreuzern zu verzinsen, und verpfändet
dafür seinen Acker, der "Hilltrag" genannt.
1711-1733
: Revers des Johann Joseph Schneider von Höchst wegen Warenumschlag in
Gaissau
Johann Joseph Schneider von Höchst erhält die Erlaubnis, die von ihm nach Chur zu
spedierenden Kaufmannsgüter in Gaissau auszuschi
ff
en. Er soll aber Zoll und Gebühren
bezahlen, wie wenn es in Rheineck geschehen wäre. Eigenhändige Unterschrif
t
des
Johann Joseph Schneider.
Abschrif
t
im Kopierbuch CEB 3.3, S. 596-597 Papiersiegel des Hans Schneider, Amann
von St.Johann-Höchst und Fussach
15. 9.1774: Lehenbrief betreffend
dem Rheinholz. Fürstabt Beda von
St. Gallen belehnt den Gerichts-
schreiber Johannes Schneider zu
Höchst im Namen der Gemeinde
Höchst-Fußach mit dem gegen
Gaißau zu gelegenen, 40 Juchart
großen Wald, genannt Rheinholz.
EinBild, das Screenshot, Textenthält.
Ein gelegentliches A
tt
ribut „Hofschreiber“
Der Stammbaum von Marlene Schneider, meiner Mu
tt
er
Meine Urgroßmu
tt
er Barbara Schneider (Blum) gehört
zur Familie der „Micheljoser“ - Blum. Auch der Name Blum
ist in Höchst sehr zahlreich.
Meine Großtante So
f
i
e Fels (Schneider) hat zu ihrer
Schwiegertochter Reinhilde wohl gesagt, dass sie
jede Woche zu einer Beerdigung
gehen muss, weil sie in Höchst mit
„Allen“ verwandt se
i.
Der unten dargestellte
Stammbaumauszug meines Urgroßonkels Johann Heinrich Blum
(Micheljosers), dem Bruder meiner Urgroßmu
tt
er Maria Barbara Schneider (Blum) gibt einen
guten Eindruck
in
die „Weitläu
f
i
gkeit“ dieser Verwandtschaf
t
en.
Die vielen Bilder habe ich aus der Internet-Recherche und sind dort dank der Forschungsarbeit
des Robert Blum. Ein „Micheljoser“- Ahnenforscher aus Amerika.
Ernst Blum war der Zimmermann für mein
Elternhaus in der Schiflegasse. Das
Kunstwerk „Dachstuhl“ kann bis heute
besich
t
igt werden, weil das Dach über der
„Fabrik“, so wurde das stolze Anwesen
meiner Eltern wegen des ausladenden
Grundrisses gerne genannt, noch immer den
„Originalzustand“ hat.
Der Stammbaum von Fina Hämmerle, meiner Großmu
tt
er
Meine Großmu
tt
er mü
tt
erlicherseits Jose
f
i
ne Hämmerle ist von lustenauer Abstammung. Man ahnt
es schon, dass beim Namen Hämmerle eine weit verzweigte Verwandtschaf
t
vorliegen muss. Mein
Vorteil war, dass in Lustenau eine hervorragende Dokumenta
t
ion über die Familiennamen sowohl
in papier-, wie auch in digitaler Form zur Verfügung steht. Im Lustenauer Familienbuch geht der
Stammbaum zurück bis auf Jakob Hemerlin
Georg Hemerlin
, er
lebte von 10.03.1627 - 19.09.1711 und hat in Lustenau am 25.10.1657 mit
Maria Vogel geheiratet. Die Mu
tt
er dieser Maria ist eine uneheliche Tochter
des
Hanibal Berna zu
Steinach.
Berna war der Hofmeister des Grafen
Caspar von Ems (1573-1640) und
S
t
if
t
er der „neuen“ St. Antonius Kapelle
am Hohenemser Friedhof. Dort
f
i
ndet
man auch die Abbildung der Eheleute
beim Gebet.
Zoller – ?
W
elcher Johann Georg Schneider steht hier an der Spitze?
1.Ast
2. Ast
eborene Enkel des
n)
nungen fehlt hier der
ksmund spricht man
von „Zollers“-
November 1744: Im österreichischen Erbfolgekrieg werden bei der Bregenzer Klause und bei
Sulzberg, wo sich auch Frauen an den Abwehrkämpfen beteiligen, französische und bayerische
Angriffe abgeschlagen; zuvor ist ein Landungsversuch bei der Mehrerau durch das Feuer der
Küstenba
tt
erien vereitelt worden.
(
Quelle:
)
1792–1805 Franzosenkriege
1796 wurde Vorarlberg von französischen Truppen unmi
tt
elbar bedroht, nördlich von Bregenz
kam es bereits zu Kampfhandlungen. Als sich die österreichischen Truppen zum Rückzug
entschlossen, wollte auch die Beamtenschaf
t
des Kreisamtes, einer Weisung aus Innsbruck
folgend, das Land verlassen. Kreishauptmann Indermauer, Oberamtsrat von Franzin und der
Bregenzer Bürgermeister Weber wurden am 9. August 1796 bei Bludenz von einer aufgebrachten
Menschenmenge aufgehalten und in das bei Bludenz gelegene Dominikanerinnenkloster St.
Peter gebracht. Indermauer wurde Landesverrat und, da er als
Präses der Stände auch militärischer Kommandant der Landesverteidiger war, Deser
t
ion
vorgeworfen. Am Vormi
tt
ag des 10. August ermordete die fana
t
isierte Menge den
Kreishauptmann und seine Begleiter auf bes
t
ialische Weise.
Oktober 1799: Im Zuge der Napoleonischen Kriege zieht der russische Marschall
Alexander Wassiljewitsch Suworow mit etwa 20.000 Mann durch Vorarlberg. Seine
Truppen halten sich etwa zwei Wochen lang in Vorarlberg auf und fügen dem Land
großen Schaden zu.
Mai-Juli 1800: Französische Truppen dringen in Vorarlberg ein und nehmen nach
wechselvollen Kämpfen das ganze Land ein. Am 11.5. besetzen sie Bregenz, am 13.7.
Götzis, das dabei schwer geplündert wird, und einen Tag später Feldkirch.
Bregenz und die Bregenzer Bucht zur Zeit der Franzosenkriege. Aquarell von Mar
t
in von Molitor, 1803
Vorarlberg unter Bayern 1806–1814
Die bayerische Herrschaf
t
über Vorarlberg in den Jahren 1806 bis 1814 gehört zu den
besonders markanten Episoden der Landesgeschichte: eine Zeit stürmischer Reformen
mit dem Ziel einer Modernisierung des Landes, zugleich aber auch eine Zeit hef
t
igsten
Widerstandes gegen die – vielfach so empfundene „Gewalt-“ oder „Fremdherrschaf
t
“.
Vorarlberg Chronik
Die Zoller- „Dynas
t
ie“
Urmappe von 1857, Haus Nr1, etwa wo
heute das alte Gasthaus Kreuz war,
Quelle:
Mir war Eugen
(Eugl)
Schneider
(zwar nicht
verwandt)
zu
seinen Lebzeiten, dessen Arbeit zur Familiengeschichte der Schneider heute im Gemeindarchiv
liegt, sehr behil
f
l
ich. Er ha
tt
e meine ersten Funde im Landesarchiv durch seine Dokumenta
t
ion bis
zu diesem Udalricus vervollständigen
helf
en.
Als ich meine Arbeit dank Digitalisierung
einfacher for
t
führen konnte, ha
tt
e ich am Anfang viel
auf meine Abschrif
t
en zurückgreifen können.
In den Höchster Matriken lässt sich die Familie bis zu Ulrich (Udalricus) Schneider 1732 – 1788
gut
zurückverfolgen. Laut
Heimatbuch war dieser
Ulrich Zoller in Brugg und
1784 Besitzer von Haus Nr.1
und Haus Nr.40 in Brugg
(siehe rechts)
Bei der digitalen Recherche helfen unter anderen folgende Seiten
•
•
Mit J.G.Heinrich und Anna Marias jüngstem Sohn Ulrich Alois, der eine Karolina Schelling heiratete,
beginnt der Teil meiner „näheren“ Familie. Ulrich Alois und Karolina sind meine Ur-Urgroßeltern
mü
tt
erlicherseits.
An (Ur-)Großtante Marie erinnere
ich mich
als regelmäßige „Verstärkung“ an unserem
Mi
tt
ags
t
isch in der Schiflegasse 810 (heute Nr.7).
Mit
Jodok Schneider (jüngster Sohn von Ulrich und Anna Maria) spaltet sich der Stammbaum in
mehrere Äste.
In einem
„Nebenzweig“
unseres mü
tt
erlichen Baumes steht
Johann (Hans) Ulrich, der 2. Sohn
von Udalricus (der Brugger Zoller)
. Dieser Ulrich
ha
tt
e eine Urenkelin Mathilda, die sich mit einem
Gotfried Schneider (Bolters) verheiratete.
Das Genealogieprogramm berechnet folgende Verwandtschaf
t
: Am Ende stehen
zwei
Schulkameraden:
meine Jahrgänger „
Bolters
Fritz
“
und Linus Feistenauer, aber auch
„Mäkki“ Wolf
. Letzter
war
im Umfeld meiner
Pfadischützlinge unterwegs, weil er ein
„begnadeter“ Mopedmechaniker war.
Ein Kriminalfall aus Höchst
Aus der Dorfchronik des J. Gehrer
Schneider Josef, ständischer Repräsentant und Vorsteher zu Bruck, wurde am 3.3.1783
als Sohn der Eheleute Ulrich Schneider „Zoller“ und Elisabeth Humplerin geboren. Josef
Schneider war u.a. auch als Vertreter des Standes Höchst-Fußach bei der
Zusammenkunf
t
der Vorarlberger Landstände am 13. Juli 1814 in Feldkirch dabei. Er
verehelichte sich am 23.9.1804 mit Anna Maria Schneider, Grauenjoses.
Josef Schneider starb im November 1826. Im Sterbebuch
f
i
nden wir folgende Eintragung.
Er wurde im Graben neben der Zellgasse (diese führte von Brugg gegen Dornbirn)
ers
t
ickt auf-gefunden. Die Leiche wurde erst im Frühjahr 1827 entdeckt. Nach
mündlichen Berichten musste Vorsteher Schneider als Vertreter der Gemeinde Höchst
eines Prozesses wegen (ein Gemeinde-angehöriger führte einen Prozess gegen die
Gemeinde) nach Dornbirn. Von diesem Gange ist Vorsteher Schneider nicht mehr zurück-
gekehrt. Ob er einem Unfall oder einem Ver-brechen zum Opfer gefallen ist (dem
Prozessgegner wurde ein Verbrechen zugetraut), konnte nicht ermi
tt
elt werden.
Soweit mir die verwandtschaf
t
lichen Beziehungen bisher einigermaßen klar sind, ist das
Stammbaumfragment auf der nächsten Seite abgebildet.
Ansichtskarte vor 1908, ab da stand ja die heu
t
ige Kirch
Einen Georg Schneider mit dem Hinweis „Zoller“ im fraglichen Zei
t
fenster in den Matriken
zu
f
i
nden, ist mir bisher nicht gelungen. Folgenden Eintrag betrachte ich als relevant, weil
a) der Vermerk ? Curator auffällt
b) die Paten Johann Georg Schneider und Anna Boner keine Unbekannten sind
Die „Reise“ der Zoller über die Jahrhunderte in Höchst von Brugg …
Brugg auf Negrellis Karte vom „Rheinstrom“ von
1826 (Quelle:
….durchs Zentrum ….
Kirchdorf auf Negrellis Karte vom „Rheinstrom“ von 1826, unser ausgegrabenes Vorgängerhaus ist schon eingezeichnet( Quelle:
Neben dem im Rheindelta
dominierenden Kloster St. Gallen ha
tt
e
auch das Kloster Mehrerau in
geringerem Ausmaß Grundbesitz in
Höchst. Diese Güter wurden gegen
jährliche Zinsleistungen in Geld sowie
Naturalabgaben (Dinkel, Hafer, Flachs
und Hühner) an die Lehensbauern
vergeben. Auf diesen Lehen befanden
sich auch Lehenhöfe, die von den
Pächtern bewohnt wurden. Das Kloster
Mehrerau musste jedoch in den Jahren
1794 und 1798 alle Lehengüter
verkaufen, um seine Kapitalschulden zu
t
ilgen.
Einer dieser Lehenhöfe befand sich in der Glockengasse 4 (vor 1976 Turmgasse 125). Ein
ansehnliches Fachwerkhaus.
„1796 anno den 9 ten Auguste seint
die Franzosen über Bregntz herein“
Quelle: gemeindeinfo, dezember 202
Die letzten Bewohner
dieses Hauses waren
Robert Schneider
„Zollers“ und dessen
Ehefrau Anna
Gugele aus Fußach.
Für diesen
Robert
berechnet das
Genealogieprogramm folgendes
Verhältnis:
Nach heu
t
igem Wissensstand wurde
dieses für damalige Verhältnisse
ansehnliche Fachwerkhaus um 1674
erbaut. Der Sandsteinkeller war als
Hochkeller ausgeführt, in dem das Vieh
über zwei Zugänge gehalten wurde. Im
Laufe der Zeit wurde das Gebäude
mehrfach umgebaut. Im Erdgeschoss,
das später als Wohnraum genutzt
wurde, soll es zeitweise auch als Schule gedient haben. Beim Abriss im Jahr 2008 kamen
auf der originalen Holzverkleidung
beschrif
t
ete Bre
tt
er zum Vorschein:
Harald Gorbach ist ein Enkel von einem Cousin 2. Grades von Robert Schneider
Weil
Johann Georg Heinrich Schneider (1 Verwandtschaf
t
)
Anna Maria Schneider (1 Verwandtschaf
t
)
sind zugleich
Urgroßeltern von Robert Schneider
Vorfahren der 5. Genera
t
ion von Harald Gorbach
…bis nach
„
Kleinbosnien
“
also ins Unterdorf zur „Schiflegasse“.
Unterdorf auf Negrellis Karte vom „Rheinstrom“ von 1826, Schiflegasse (1) im „Rohzustand“ ( Quelle:
Irgendwann nach 1896 hat der S
t
ick
erei
fabrikant
Josef Blum („Schifler“) unseren Urgroßeltern
(ev. Ur-
Ur-Großeltern?)
Heinrich und Maria Barbara das
Anwesen verkauf
t
.
Den Gastbetrieb haben sie laut Heimatbuch Bd.4 um
1919 geschlossen.
Unsere Urgroßmu
tt
er hat erzählt, dass dieser
Schri
tt
eine „Erlösung“ war. Es gab wohl einzelne
Gäste, die ihr letztes Glas so lange hinauszögerten, bis zuhause alles schlief.
Bei den vier Damen vor dem alten
Gasthauseingang handelt es sich
um meine Großmu
tt
er Fina (3.te
von links), umrahmt von ihren
Schwägerinnen aus dem
ehemaligen GH.Schifle. Ich denke
Elfriede Schneider (1.li.) deutlich zu
erkennen, Sophie (2te) und Berta
(ganz re.) ist das komple
tt
e
Quarte
tt
. Das Foto könnte anlässlich
Finas Hochzeit mit Adolf am 6. Juni
1932 gemacht worden sein. Damals wurde ja in schwarz geheiratet. Das Datum würde
auch zur Jugendlichkeit der vier Damen: Elfriede(19), So
f
i
e(23), Fina (26) und Berta (25),
sprechen. Eine sehr adre
tt
e Bildkomposi
t
ion.
Glasers und Zollers
Für diesen Ulrich berechnet das
Genealogieprogramm folgendes Verhältnis:
Landesstraße 202 Hauptstraße, Sonnengarten, Firma Schneider
Ulrich Schneider wohnte in einem der wohl meis
t
fotogra
f
i
erten Häuser in Höchst. Glasers oder Ölschneider
ist ein gebräuchlicher Name für das Anwesen. Auf Glasers „Bündt“ wurden früher Feste gefeiert.
1832 suchte Jodok Schneider für seinen Sohn Ulrich um die Konzession für eine Glaserei
an. Der Sohn war 22 Jahre alt, ha
tt
e die Wanderjahre hinter sich gebracht und sollte nun
selbständig werden. In Höchst gab es keinen Glaser, der nächste lebte in Fußach.
Harald Gorbach ist ein Neffe der 5. Genera
t
ion von Johann (Alois) Ulrich Schneider.
Weil
Jodok Schneider (1 Verwandtschaf
t
)
Anna Maria Blum (1 Verwandtschaf
t
)
sind zugleich
die Eltern von Johann (Alois) Ulrich Schneider
Vorfahren der 6. Genera
t
ion von Harald Gorbach
Eine freistehende Remise bestehend aus Waschhaus mit eingemauertem Kessel und
einer Branntweinbrennerei standen nebenan. Seit 1925 hier eine Tankstelle eingerichtet
wurde, diente das „Magazin" bis 1971 als Ölfässerlager.
Rings um das Haus veränderte sich einiges, seit 1835
Glasermeister Johann Ulrich Schneider (1813-1882), gut 20-
jährig, mit Unterstützung seines Vaters dieses Haus erbauen
ließ. „Zoller" und „Vorsteher“ Jodok Schneider, ha
tt
e 1807 den
Grund von der Wuhrkonkurrenz erworben. Damals stand
gleich hinter dem Haus (in einer En
t
fernung von 120 Fuß, also
rund 40 Meter) der Rheindamm. Johann Ulrich Schneider
suchte schon vier Jahre nach dem Hausbau, um die
Bewilligung zur Ausübung der „Krämerey mit Salz, Victualien, Zucker, Käse, Kerzen, dann
mit verschiedenen Ga
tt
ungen Nägel und anderen für den täglichen Gebrauch
nothwendigen Bedürfnissen" an, weil er, wie er begründet, von schwächlicher Leibes-
Cons
t
itu
t
ion sei und deshalb das Glasereigewerbe nicht mehr ausüben könne. Als
weitere Begründung fügte er an, dass „durch die gnädigste Gewährung dieser meiner
Bi
tt
e nicht nur der hiesige Lokalbedarf besser gedeckt [wird], sondern ... auch dem
Allgemeinen aus obigen Gründen jährlich großen Nutzen und Vortheil [gewährt), und
ebenfalls dem Schleichhandel und der Schwärzerei [Schmuggel] bedeutend vorgebeugt
[wird], weil man dann alle fraglichen Ar
t
ikel zu jeder Stund und in gleichen Preisen wie in
Bregenz dahier haben kann." Das noch heute erhaltene „Calcula
t
ionen-Buch von 1895“
führt vor Augen, dass schon damals, man möchte es kaum glauben, Fe
tt
e aus Hamburg,
Pfe
ff
er und Reis über Triest, Kümmel über die Dampfschi
ff
fahrtsagentur Friedrichshafen,
Ka
ff
ee und Apfelschnitze über Antwerpen bezogen wurden. Daneben wurden Dinge wie
(natürlich) Glas, Lederappretur, Feuersteine, Ka
ff
ee, (Oliven-)Öl, Malzzucker,
Bäckereiwaren und Süßigkeiten wie sogenannte „Kraf
t
pas
t
illen", Zutaten zur
Weihnachtsbäckerei wie Mandeln, Anis, Zimt, aber auch Zündhölzer und Zinkweiß, eine
Farbe, hier gehandelt.
Noch bis in die 1970er Jahre bestand hier ein Sto
ff
- und Kurzwarenhandel sowie ein
rich
t
iggehender „Tante-Emma-Laden", zuletzt geführt von Hadwig Schneider (1912-1974)
in dem alle Ar
t
ikel des täglichen Bedarfes (außer Brot), von getrockneten Apfelschnitzen
über Tex
t
ilien und Petroleum bis zu Winters
t
iefeln zu bekommen waren. Längere Zeit
betrieb Kaufmann Schneider auch ein Kies- und Scho
tt
erwerk in Fußach.
(Quelle: Heimatbuch
Höchst, Bd4)
Jodok Schneider
Einer seiner Nachfolger, der Ga
tt
e von Emilie Schneider (1879-1943), Hugo Schneider
(1878-1953), schloss 1925 den ersten Vertrag mit der Vorläufer
f
i
rma von Shell Austria
und stellte die erste Benzinzapfsäule vor seinem Haus auf. Dem Ölhandel widmeten sich
Kurt (bis 1956) und Elmar mit Silvia Schneider bis 1990.
1. Maria Apollonia (Lone Feistenauer)
2. Theresia
3. Johanna Rosina
4. Johann Bap
t
ist (Schwanenwirts) und
5. Franz Josef
Dieses Einfahrtsbild entstand vor 1928. Links das
„Glaserhus“ und rechts ev. der alte Schwanen, wo später,
der Saal in Fussach stand, wie heute beim Kreisverkehr
der Sparmarkt.
Der jüngste Sohn des Jodok war Josef. So entstand wohl der Hausnahme Zollers Jos. Aus
der Ehe mit Anna Maria Bohner stammen also die Zollersjoser:
1958, Bundeskanzler Julius Raab, Besich
t
igung der Zollbrücke St. Margrethen – Höchst
1959, Lämmlekurve
1960
,
Grenzübergang Höchst,